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Dr. Verena Kuni  M. A.
Kunst- und Medienwissenschaftlerin / art & media theorist
verena@kuni.org
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Unruhe im Zettelkatalog?
Sammeln, Um-Ordnen, Aneignen von Wissensordnungen in Bibliotheks-Projekten zeitgenössischer KünstlerInnen

Vortrag im Rahmen des CEPOG-Netzwerktags "Sammeln, Ordnen, Aneignen: Mechanismen geschlechtlicher und ethnischer Kategorisierungen", Universität Trier, 26. 01. 2007


Bibliotheken zählen seit je zu jenen Sammlungen, die nicht nur "Wissen", sondern auch Wissensordnungen auf exemplarische Weise repräsentieren, verkörpern und vermitteln. Ein Komplex, dessen Kritik sich schon früh in literarischen und bildkünstlerischen Gegenentwürfen, namentlich Bibliotheksutopien, imaginären Büchersammlungen und Bibliotheken widerspiegelt.
Auch zahlreiche zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler haben sich seiner angenommen. Viele dieser Projekte treten dezidiert als kritische Reflexionen von und/oder als Alternativen zu traditionellen Bibliotheken und ihren Wissensordnungen an - wobei die gewählten Mittel, die ästhetischen und kommunikativen Strategien ebenso vielfältig ausfallen wie die jeweiligen Ausgangs- und Referenzpunkte.

Vor dem Hintergrund, dass nicht anders als Bibliotheken auch künstlerische Projekte als solche in komplexe gesellschaftliche Systeme eingebettet sind, an Wissensordnungen partizipieren und auf Kategorisierungen referieren, scheint es lohnend, die ihnen zu Grunde liegenden Konzepte etwas genauer in Augenschein zu nehmen: Etwa, um das Spannungsfeld zwischen expliziten und impliziten Referenzen auszuloten, die in Prozessen des Sammelns, (Um-)Ordnens und Aneigens eine Rolle spielen.
Wie steht es beispielsweise um Kategorien wie "Gender" oder "Ethnizität", die einerseits zwar längst in die Schlagwort-Thesauri moderner Zettelkataloge Eingang gefunden haben, andererseits aber nach wie vor auch jenseits solcher Register auf spezifische Weise wirksam werden?

 


© verena kuni 2006-2007