heimseite / homepage
kuniverse
forschung / research
vorträge / lectures
Dr. Verena Kuni  M. A.
Kunst- und Medienwissenschaftlerin / art & media theorist
verena@kuni.org
heimseite / homepage
kuniverse
forschung / research
vorträge / lectures

 

Von Borg-Drohnen und Bienenköniginnen

Vortrag im Rahmen des Ringvorlesung "Jenseits der Geschlechtergrenzen"
Universität Hamburg, 31. 05. 2006


Was macht Insekten so sexy - als Projektionsfläche für menschliche Phantasien und Utopien? Alles andere als artverwandt, begegnen sie in Literatur und Kunst, in der Alltagskultur und in der Politik als seltsame Hybridwesen, deren Natur zwischen dezidiert menschlichen und allzu unmenschlichen Zügen oszilliert:
Von der lästigen Fliege über die männermordende Gottesanbeterin, die geduldig in ihrem Netz auf Beute harrende Spinne, von emsigen Immen über militante Ameisen-Heere bis hin zu gierigen Heuschreckenschwärmen: Immer wieder werden einschlägige Bilder - und mit ihnen in der Regel auch stereotype Geschlechtervorstellungen mobilisiert.

Trägt nun das Zeitalter der Cyborg(s) - das laut Donna Haraway vom "Zusammenbruch entscheidender Grenzziehungen" geprägt ist; namentlich jener zwischen Mensch und Maschine und jener zwischen Mensch und Tier - diesen Vorstellungen entscheidende Veränderungen ein? Oder erfahren die tradierten Projektionen lediglich eine neue Konjunktur?
Sind Alien(s) und ihre Artgenossen lediglich eine Wiederkehr des "Ant Horrors" aus dem Hollywood des Kalten Krieges und späte Nachfahren des "Termitenstaats"? Was haben die Borgs möglicherweise nicht nur mit "Hive Mind-Phantasien" des New Age, sondern auch mit Beuys' "Bienenköniginnen" und Rudolf Steiners Vorträgen zum "Wesen der Bienen" gemein?
Mutieren mit den Insekten auch Körper- und Geschlechtervorstellungen auf markante Weise?

Diesen und weiteren Fragen wird der Vortrag nachgehen. Mit Blick auf die Geschlechterpolitiken, die den jeweiligen Bildern eingetragen sind, soll dabei insbesondere interessieren, ob und inwiefern sich diese unter veränderten Konditionen für andere oder gar alternative Perspektiven öffnen bzw. zu öffnen sind.

 


© verena kuni 2005-2006