"Resistance Is Futile"
Von der Alien-Anthropologie zur CyBorg-Entomologie
Eine Einführung (mit Lichtbildern)
Vortrag im Rahmen der Sommerakademie der Hans Böckler-Stiftung, Berlin, 11. 09. - 13. 09. 2006
Der Vortrag wird sich mit dem Spannungsfeld von Körper, Technologie und Identität zwischen Science und Fiction beschäftigen.
Cyborgs - so genannte "kybernetische Organismen", Mischwesen aus Maschine und Organismus - haben seit einigen Jahren Hochkonjunktur.
Anfangs noch vornehmlich als Science-Fiction-Phantasie in der Nachfolge des alten Menschheitstraums von der Erschaffung künstlicher Menschen bzw. einer Schöpfung mit den Mitteln von Wissenschaft und Kunst verhandelt, sind sie zunehmend zu Figurationen
für eine neue 'conditio humana' avanciert.
Im Hintergrund stehen dabei Entwicklungen im Bereich der Informations- und Biotechnologien, deren Konsequenzen Donna Haraway bereits Mitte der achtziger Jahre in zwei zentrale Paradigmen gefasst hat:
Den "Zusammenbruch entscheidender Grenzziehungen" - derjenigen nämlich zwischen Mensch und Maschine sowie derjenigen zwischen Mensch und Tier -
und die "Übersetzung der Welt in ein Kodierungsproblem".
Aufwallendem Unbehagen schallt die Parole entgegen: Widerstand ist zwecklos! Liebe die Maschine, das Tier, das Alien in Dir!
Aber inwieweit handelt es sich wirklich um fundamentale Veränderungen?
Wenn es darum geht, diese Prozesse in Bilder zu fassen, begegnen jedenfalls auffällig oft Züge von Spezies,
die zwar befremden sollen, zugleich jedoch seltsam vertraut erscheinen...
© verena kuni 2006