Variationen auf den Magier-Alchimisten
Rebecca Horns Mythenbildung in Produktion und Rezeption
Vortrag, gehalten am 13. 04. 1996 an der Universität Tübingen im Rahmen der 6. Kunsthistorikerinnentagung "Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit", Tübingen, 11. 04. - 14. 04. 1996
(Exposé ursprünglich unter dem Titel: "Psychologie und Alchemie". Vom Nutzen und Nachteil der Annexion eines traditionell 'männlich' besetzten Künstlerbildes durch zeitgenössische Künstlerinnen)
Der Künstler-Magier und -Alchimist waren nicht nur traditionell, sondern sind auch im 20. Jahrhundert noch gängige Stereotypen des 'Bildes vom Künstler' ebenso wie Muster künstlerischer Selbstinszenierung, die generell maskulin konnotiert sind. Seit einigen Jahren jedoch findet sich diese vormals männliche Domäne zunehmend mit Namen von Künstlerinnen besetzt. Wie ist diese Entwicklung zu werten? Was bedeutet es, wenn Künstlerinnen, die sich in den sechziger Jahren mit weiblichem Selbstverständnis beschäftigt und sich kritisch mit den gesellschaftlich zugewiesenen Geschlechterrollen auseinandergesetzt haben, heute spirituelle Materialerkundungen und esoterisch inspirierte Bildwelten zu bevorzugen scheinen? Hat die Frage nach den Geschlechterverhältnissen für diese Künstlerinnen an Bedeutung verloren oder gehen sie ihr lediglich mit anderen Mitteln und auf der Grundlage veränderter künstlerischer Strategien nach?
Meine Untersuchung weiblicher Variationen auf den Magier-Alchimisten wird sich auf die deutsche Künstlerin Rebecca Horn konzentrieren.
Publikation:
Variationen auf den Magier-Alchimisten. Rebecca Horns Mythenbildung in Produktion und Rezeption, in: Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit im 20. Jahrhundert, Hrsg. Kathrin Hoffmann-Curtius/Silke Wenk, Marburg 1997
SW: KünstlerInnenmythen / artists myths; Horn, Rebecca; Alchimie / alchemy
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© verena kuni 1996