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Dr. Verena Kuni  M. A.
Kunst- und Medienwissenschaftlerin / art & media theorist
verena@kuni.org
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Gender is a Genre is a Genre? Cut Up!
Vorschläge für Verfahren, einen gordischen Knoten zu durchschneiden

Vortrag im Rahmen des Symposium SCREENWISE – Standorte und Szenarien der zeitgenössischen feministischen Film- und TV-Wissenschaften
Wien, 15.-18. 05. 2003


Gender und Genre sind im Spielfilm eng miteinander verflochten. Um so naheliegender scheint es, eine fundierte Kritik an der Reproduktion von Geschlechterstereotypen im Film unter Berücksichtigung genrespezifischer Merkmale vorzunehmen - wie dies auch eine Reihe feministischer Untersuchungen belegen, die in den vergangenen Jahrzehnten zu klassischen Filmgenres wie dem Horror- und dem Science Fiction-Film, dem Western, dem Road-Movie, dem Thriller, der Komödie oder der KünstlerInnen-Biographie vorgelegt worden sind. Gleichwohl birgt gerade eine kritische Analyse, der es die Kontinuität stereotyper Geschlechterkodierungen einschliesslich ihrer genrespezifischen und historischen Variationen als charakteristisches Merkmal des jeweiligen Genres herauszuarbeiten gelingt, die Gefahr, eben diese Stereotypen einmal mehr in die Gattungs- wie in die Filmgeschichte und -theorie einzuschreiben - und damit nolens volens erneut zu ihrer Essentialisierung beizutragen.
Allerdings sind Mechanik und Motorik dieses Circulus Vitiosus - wie wiederum nicht zuletzt von feministischer Seite aufgezeigt werden konnte - aufs engste mit den Institutionen einer Theorie, Wissenschaft und Geschichtsschreibung verknüpft, in deren Traditionen Gender und Genre ihrerseits auf komplexe Weise ineinander verwoben sind. Wie kann es also einer feministischen Kritik, die ihren Stellenwert auch innerhalb dieser Institutionen des kulturellen Feldes behaupten will, gelingen, den in diesem dichten Gewebe nachgerade notorisch enthaltenen und "nach allen Regeln der Kunst" immer wieder aufs Neue angelegten Fallstricken zu entgehen?
Könnten möglicherweise gezielt eingesetzte "Kunstgriffe" - genauer gesagt: künstlerische Techniken, die sich als Methoden kritischer Strategien bereits in Film- und Kunstgeschichte bewährt haben - dazu beitragen, diesen gordischen Knoten zu durchschneiden? Dieser Frage möchte ich am Beispiel von Arbeiten nachgehen, in denen sich KünstlerInnen mit dem Konnex von Gender und Genre im Spielfilm und im TV(-Film) auseinandersetzen.




 


© verena kuni 2003