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interfictions@home
Fachtagung in der Reihe interfiction
im Rahmen des 17. Kasseler Dokumentarfilm und Videofests
Kassel, 15. 11. - 19. 11. 2000
Konzipiert von Verena Kuni
Organisation und Realisation in Zusammenarbeit mit
Gerhard Wissner, Wieland Höhne und Matze Schmidt
sowie dem Filmladen Kassel e.V.
*** neu! *** neu! *** neu! ***
Seit Frühjahr 2000 hat interfiction eigene Netzseiten, auf denen sich alle bisherigen interfiction-Veranstaltungen dokumentiert finden
http://www.interfiction.org
(Achtung: Diese Seite öffnet in einem separaten Browserfenster! Für Inhalte der gelinkten Seite oder Inhalte von Seiten, die über Links auf diesen Seiten zu erreichen sind, kann keine Verantwortung übernommen werden usw....)
*** neu! *** neu! *** neu! ***
interfictions@home
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interfictions@home
daheim im netzwerk. utopien und realitäten 'virtueller' gemeinschaften
Es ist leicht, (s)ein Zuhause im Cyberspace zu finden. Und es muss auch nicht immer eine Homepage sein, die als Eigenheim mit Schau-Fenster zur grossen weiten Welt des WWW fungiert. Für viele NetznutzerInnen sind Mailinglisten und Chatlines ebenso wie MUDs, MOOs oder die Marktplätze sogenannter digitaler Städte nicht nur ein Kommunikationsort unter anderen, sondern längst schon zu einem wichtigen sozialen Umfeld geworden. Wenngleich das Internet nach wie vor den Zweck erfüllen kann, bereits existierende Communities miteinander zu vernetzen, so haben sich umgekehrt auch über das Internet und seine Dienste inzwischen die unterschiedlichsten Netzwerke und Netzgemeinschaften gebildet. Während sich einige von diesen nur über das Medium Internet definieren bzw. lediglich innerhalb des Mediums existieren, geht es anderen explizit um eine Rückbindung an die "reale Lebenswelt" - wobei das Spektrum von der schlichten Kontaktaufnahme über die Bildung von aktiven Sozial- und Arbeitsgemeinschaften bis hin zur gezielten Suche nach Strategien für gesellschaftliche und politische Handlungsfähigkeit dies- wie jenseits der Interfaces reichen kann.
Allerdings gilt es mit Blick auf das Internet nicht nur zwischen technologischer und sozialer Vernetzung, zwischen Netzwerk und Netzgemeinschaft zu unterscheiden, die ihrerseits wiederum - dem jeweiligen Selbstverständnis entsprechend - höchst unterschiedlich strukturiert sein können und ebenso unterschiedlich funktionieren. Darüberhinaus stellt sich die Frage, wie und unter welchen Voraussetzungen Handlungsfähigkeit innerhalb von Netzwerken und Netzgemeinschaften entstehen - und, falls dies intendiert ist, auch über diese hinaus in einem gesellschaftlichen Umfeld wirksam werden kann.
Im Rahmen von interfiction VII
: interfictions@home werden TheroetikerInnen und PraktikerInnen aus verschiedenen Bereichen der Netzkultur, darunter Mitglieder und VertreterInnen verschiedener Netzwerke und Netzgemeinschaften zusammenkommen, um auf der Basis ihrer Erfahrungen und vor dem Hintergrund aktueller theoretischer Überlegungen die Frage der Handlungsfähigkeit (")virtueller(") Gemeinschaften im Spannungsfeld von Netzutopien und (Netz-)Realitäten zu diskutieren.(Verena Kuni)
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inter-fictions@home - Das Programm
[Achtung: Der folgende Text enthält Links zu den Projektseiten der eingeladenen TeilnehmerInnen, die im Unterschied zur Printversion des Programms im Katalog natürlich auch aktiviert werden können. Dabei ist zu beachten: Diese Seite öffnet in einem separaten Browserfenster! Für Inhalte der gelinkten Seite oder Inhalte von Seiten, die über Links auf diesen Seiten zu erreichen sind, kann keine Verantwortung übernommen werden.]
>>> Daheim im Netz: Gemeinsam statt Einsam? >>> "Kaum eine Tätigkeit, die so solitär - wenn nicht solipsistisch - geartet ist wie gerade das Tagebuchschreiben. Doch dann kam das Internet in die Haushalte. Und kaum war das World Wide Web verfügbar, wurde 1995 auch schon das erste Tagebuch ins Web gestellt. Das ist lange her. Heute führen bereits Zehntausende von Jugendlichen und Erwachsenen Online-Tagebücher. Tendenz steigend. Dabei scheint doch eigentlich nichts paradoxer, als ausgerechnet das private Tagebuch im Netz einem Millionenpublikum zu präsentieren." (Nicola Döring: Vom solitären Tagebuchschreiben zur Online Journaling Community. Das Wunder einer netzbasierten Gemeinschaftsbildung von Einzelgängern) >>>> Exhibitionismus, Grössenwahn, Vereinsamung? >>>> "Hören wir endlich auf, zu lesen und zu schreiben und die Geschichte immer wieder zu wiederholen, und fangen wir an, gemeinsam zu Schreib/Lesern zu werden, unsere kulturellen, mentalen, diskursiven Wissenssysteme zu verknüpfen ... und das Internet als einen interkulturellen, intertextuellen Diskursraum zu benutzen!" (Heiko Idensen: Inter-, hyper-, open- / Text, net, Aktion. Schnittstellen und Fluchtlinien virtueller Text- und Theoriearbeit im Netz - http://www.hyperdis.de) >>>> Wer schreibt? Wer spricht? >>> "Writing Desire repräsentiert und praktiziert gleichzeitig die Kommunikation von Begehren zu einer Zeit, wenn Phantasien frei werden und in ihrer codierten, textualisierten, entkörperlichten Art das Kabelnetz bereisen können ... Writing Desire verbindet die Kreation romantischen Begehrens durch die Schrift mit der Produktion von Begehren in der Konsumkultur und schaut sich die Kapitalisierung dieser Beziehungen im Internet etwas genauer an." (Ursula Biemann: Writing Desire) >>>> Du bist nicht allein (Aber: Nur einer kann gewinnen!) >>> "Warum ist diese Show von Endemol so erfolgreich? Weshalb gibt es sie? Wie funktioniert sie? .. Was ist neu an diesem Format? ...Wer schaltet noch wirklich ab? ... Wie baut man seine eigene Realität?" (Anders Turge Lehr: 'Press button for reality!' Einführung in die Medienwirklichkeit von Morgen am Beispiel der beliebten Realitiy-Soap Big Brother) >>> Man wird vielleicht einmal in Massen schreiben, denken, handeln (Novalis) >>> "Man kann nicht viel machen, wenn man nicht zwei ist. Manchmal, wenn man ganz allein ist, muss man sich verdoppeln können, sein Vaterland verraten oder eine zweite Nationalität annehmen, das heisst: wirklich doppelt sein können... Das Interessante am Internet oder am Websites machen oder dergleichen liegt darin, dass man mit anderen die Möglichkeit teilen kann, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. " (Sebastian Luetgert: Man kann nicht viel machen, wenn man nicht zwei ist.... - http://www.rolux.org) >>> Wir sind schon ganz schön viele - jetzt müss(t)en wir nur noch zusammenkommen >>> "Die Legenden um Gegenöffentlichkeits- und Parallelweltinduzierte Alternativkollektive 'im' Netz, die mit gesellschaftskritischem, also -teilendem Anspruch ihre eigenen Zentren bilden, zeitigen ihre Geschichtsschreibung. Aber wo werden diese Gruppen abgebildet auf der 'Internetgeografie'? Wie umgehen, mit der 'power axis of differentiation' der Subjekte und der Gruppendynamik? Warum sie orten im System der Aufmerksamkeitsökonomie? Was ist diese an den 'Markt der Contents' drängende intellektuelle Action?" (Matze Schmidt: Die Story vom undergroundserver) >>> Von der Bindungstheorie zur Netzpraxis >>> "Was ist virtuell an einer Gemeinschaft? Sind nicht alle Gemeinschaften virtuelle? Müssen sich auch die hier unterstellten 'realen' Gemeinschaften nicht immer wieder durch Aktualisierung ihrer potentiellen Möglichkeiten realisieren?... Der Titel 'Temporäre Arbeitsgemeinschaften' suggeriert, dass diese durch 'kleine Medien' gestützen 'virtuellen Gemeinschaften' a) immer durch einen thematischen Focus verbunden sind und b) oft zeitlich begrenzt an einem physischen Ort zusammenkommen, um konkrete Projekte durchzuführen." (Inke Arns: Temporäre Arbeitsgemeinschaften (TAGs): Von der Utopie zum Pragmatismus - http://colossus.v2.nl/syndicate) >>> Das Tun, was zu Tun ist: Eine Einladung zum Tanz >>> " http://widerstand.netbase.org - http://www.governement-austria.at - http://www.volkstanz.net " (Marie Ringler: In Österreich ist nichts normal! - http://mediaspace.t0.or.at) >>> Widerstand macht Freude >>> "Clan ist ein Prinzip der Gemeinschaftsbildung in virtuellen Aktionsräumen, das auf der Handlungsfähigkeit in einem schismongenetischen System beruht. Die TeilnehmerInnen formen Gruppen von temporären Kollaborateuren mit dem Ziel einer gemeinsamen Erfahrung von Aktivität und Hedonismus... Solche 'minor media-Gruppierungen sind Separationisten in einem positiven Sinn." (Margarete Jahrmann: CLAN - LAN - WAN. Online Power Domains und Minor Media Operations - http://www.konsum.net/superfem) >>> Handlungsräume oder Handelsräume? VerHandlungssache! >>> "Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage nach der Position und dem Aktionsradius von KünstlerInnen und KulturproduzentInnen in der (Medien-)Gesellschaft als einer kapitalen Arena der Repräsentation. Dabei geht es nicht nur um eine Bestandsaufnahme und kritische Befragung des Rollen- und Selbstverständnisses der Akteurinnen ..., sondern auch um die Analyse der Strukturen und Effekte, die diese Felder produzieren... Zugleich gilt es zu fragen, welche individuellen und kollaborativen Strategien in Theorie und Praxis zur Verfügung stehen." (Verena Kuni: panem@circenses) >>> Gemeinschaftsarbeit am Betriebssystem >>> "Im Zentrum des Projektes 'MoneyNations' stand die kulturell wie ökonomisch argumentierte Verschärfung der Grenzpolitik Westeuropas nach Zentral- und Südosteuropa und die damit einhergehende Zunahme an rassistischen Diskriminierungen für Nicht-EUropäerInnen. 'MoneyNations' wurde über die Vernetzung mit verschiedenen Mailinglisten möglich und baut auf eine längerfristige Auseinandersetzung über die Struktur eines suprastaatlichen KorrespondentInnen Netzwerkes auf ... Die Auseinandersetzungen der unterschiedlichen AkteurInnen aus verschiedenen Wissensbereichen innerhalb des Projektes verdeutlicht die Möglichkeit, suprastaatliche Kommunikations- und Widerstandsformen ebenso wie neue Produktionszusammenhänge für KulturproduzentInnen jenseits der jeweiligen Stigmatisierung als 'französisch', 'bulgarisch', 'deutsch', 'rumänisch', 'türkisch' etc. etablieren zu können." (Marion von Osten: Das MoneyNations-Netzwerk - http://www.moneynations.ch) >>> Technologien des Geschlechts >>> "Es fiel auf, dass auf 'nettime' und anderen Netzkulturlisten sehr wenige ihre Texte und Arbeiten publizierten. Es stellte sich die Frage, ob Frauen auch im Internet, das ja als Medium der Befreiung von Körperlichkeit und Geschlecht angetreten ist, anders kommunizieren als Männer. FACES soll ein Umfeld bieten, in dem sich Frauen wohl fühlen und ohne Scheu ihre Arbeiten und Texte veröffentlichen und medien- und genderpolitische Fragen diskutieren können ... FACES übernimmt auf unspektakuläre Weise eine wichtige Aufgabe bei der Verteilung der Ressourcen innerhalb der weiblichen Netzkultur-Community" (Vali Djordjevic / Diana McCarty: FACES - http://www.vis-med.ac.at/faces) >>> Netzwerken als schöne Kunst betrachtet >>> "SCART ist eine hybride virtuelle figur, die sich im grenzbereich zwischen kunst und wissenschaft situiert ... SCART ist die frage nach formen des denkens und handelns und nach möglichen künstlerischen strategien im zeitalter von MTV, der 'mediatisierung_technisierung_visualisierung' ... SCART betreibt epistemologisches sampling und kritisches intervenieren ... SCART ist ein bild für das denkauge ... SCART ist ein projekt, ist ein prozess ..." (Regula Burri: SCART - http://www.scart.org) >>> Netze, Netze, Netze >>> "Bei 'Log.In' geht es mehr um das Verhalten innerhalb von Netzwerken, die durch die neuen Medien entstehen, um Leben und Handeln in einem zunehmend dynamischen Umfeld ... insofern stellt sich im Bezug auf die Kunst weniger die Frage, wie 'interaktiv' die Werke sind, sondern wie Kunst grundsätzlich mit eben dieser immer dynamischeren Welt umgeht. Gefragt wird nicht nur: Wie wichtig ist eine aktive Beteiligung, um überhaupt ein 'Werk' entstehen zu lassen, sondern auch: was machen 'Internationale Stadt' und 'Digitale Stadt', wenn das Reihenhaus in der Online-Community längst eine Standard-Dienstleistung e-kommerzieller Anbieter geworden ist?" (Matthias Klos: Log.In - http://www.log-in.nu) >>> Vernetzung ist schön. Macht aber auch ganz schön viel Arbeit... >>>
In einem zweitägigen, konzentrierten Workshop-Seminar (Freitag/Samstag 17./18. 11. 2000, jeweils von 13-17 Uhr im dock4) werden die TeilnehmerInnen von interfiction VII: inter-fictions@home zusammenkommen, um auf der Basis ihrer Erfahrungen und vor dem Hintergrund aktueller theoretischer Überlegungen die Frage der Handlungsfähigkeit (")virtueller(") Gemeinschaften im Spannungsfeld von Netzutopien und (Netz-)Realitäten zu diskutieren.
Zum Auftakt von interfiction 2000 findet am Donnerstag, den 16. 11. um 20 Uhr eine öffentliche Abendveranstaltung mit Vorträgen von Verena Kuni und Nicola Döring sowie einer Vortagsperformance von Margarete Jahrmann statt.
Im Anschluss empfiehlt sich um 22.15 Uhr der Besuch des interfiction-Videoprogramms Heisse Drähte, Kühle Medien.
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inter-fictions@home - Die TeilnehmerInnen
Inke Arns (Berlin) - Ursula Biemann (Zürich) - Regula Burri (Bern) - Vali Djordjevic (Berlin) - Nicola Döring (Heidelberg) - Wieland Hoehne (Kassel) - Heiko Idensen (Hannover) - Margarete Jahrmann (Wien) - Matthias Klos (Nürnberg) - Verena Kuni (Frankfurt/M.) - Anders Turge Lehr (Zweibrücken) - Sebastian Luetgert (Berlin) - Diana McCarty (Berlin) - Marion von Osten (Zürich/Berlin) - Marie Ringler (Wien) - Matze Schmidt (Kassel/Berlin) - Gerhard Wissner (Kassel)
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i.fiction - Abstracts der TeilnehmerInnen (alphabetisch)
Inke Arns:
Temporaere Arbeitsgemeinschaften (TAGs): Von der Utopie zum Pragmatismus
Der Beitrag wendet sich polemisch gegen die Verwendung des Begriffs "virtuelle Gemeinschaften", sowie auch gegen die Schreibweise ‚virtuelle'
Gemeinschaften, denn hier wird die Existenz einer besondereren Gemeinschaft unterstellt.
Was ist virtuell an einer Gemeinschaft? Sind nicht alle Gemeinschaften
virtuelle? Müssen sich auch die hier unterstellten "realen" Gemeinschaften nicht
immer wieder durch Aktualisierung ihrer potentiellen Möglichkeiten realisieren?
Anfang der 1990er Jahre praegte der amerikanische Theoretiker Howard Rheingold mit seinem gleichnamigen Buch den Ausdruck "virtuelle Gemeinschaften". Während Rheingolds Begriff vorwiegend von seinen Erfahrungen in der frühen
amerikanischen "virtuellen Gemeinschaft" The Well der 1980er und frühen
1990er Jahre geprägt war, haben sich im Laufe der 1990er Jahre mit der
verstaerkten Nutzung des Internet unzaehlige andere "virtuelle Gemeinschaften" entwickelt. Eine von ihnen ist das im Januar 1996 während des Next 5 Minutes Festivals in Rotterdam gegründete Syndicate Netzwerk, welches heute ueber 500 im Bereich von Medienkultur und -kunst arbeitende Mitglieder aus 30 europäischen und einigen aussereuropäischen Laendern ueber eine Mailingliste verbindet. Treffen werden regelmässig in verschiedenen europaeischen Städten (von
Liverpool bis Tirana) abgehalten. Anhand dieses Netzwerkes soll die gesellschaftliche und politische Handlungsfähigkeit "virtueller Gemeinschaften" diskutiert werden.Von Bedeutung sind dabei auch die temporären Medienlabore (vgl. u.a. Lovink 2000), die es seit 1997 u.a. in Kassel, Manchester, Helsinki, Lappland, Ljubljana, Venedig und London verschiedenen Netzcommunities ermoeglicht haben, fuer eine begrenzte Zeit physisch an einem Ort zusammenzuarbeiten.
Nicht zuletzt soll die Rolle der kleinen Medien fuer die Entwicklung "virtueller Gemeinschaften" betont werden. Das Konzept der "kleinen
Medien", das Arns/Broeckmann 1997 entwickelt haben, erinnert dabei an
Deleuze/Guattaris in den 1970er Jahren entwickelten Begriff der "kleinen
Literaturen" ("littératures mineures"). Eine ausfuehrliche Typologie der
kleinen Medien ist in Arbeit (Arns 2000/2001).
Der (Arbeits-)Titel "Temporäre Arbeitsgemeinschaften" suggeriert, dass
diese durch kleine Medien gestützen "virtuellen Gemeinschaften" a) immer durch einen thematischen Fokus verbunden sind und b) oft zeitlich begrenzt an einem physischen Ort zusammenkommen, um konkrete Projekte durchzuführen.
Ursula Biemann: Writing Desire
Mit dem Video "Writing Desire" wird die Beziehung zwischen Worte und dem
Körper und der Erzeugung von Begehren im Cyberspace in Verbindung gebracht.
In diesem komprimierten Raum unterzieht sich der Begriff des Selbsts Veränderungen, die auch Fragen von Grenzen, Geschlechter und sexuellen
Beziehungen betreffen. Writing Desire repräsentiert und praktiziert gleichzeitig die Kommunikation von Begehren zu einer Zeit, wenn Fantasien frei und in ihrer codierten, textualisierten, entkörperten Art das Kabelnetz bereisen können. "Writing Desire" verbindet die Kreation
romantischen Begehrens durch die Schrift, mit der Produktion von Begehren
in der Komsumkultur und schaut sich die Kapitalisierung dieser
Beziehungen im Internet genauer an.
Kurzbiografie:
Ursula Biemann, Zürich, studierte Kunst und Kulturtheorie in Mexico und
New York. Ihre Kunst- und kuratorische Praxis beschäftigt sich mit
Geschlecht und minoritären Identitäten in den Medien und in den
posturbanen Zonen, wie sie sich an der US-mexikanischen Grenze oder in Istanbul gebildet haben. Die Videos Performing the Border, Writing Desire und das kollabor ative Videoprojekt über "Trafficking" konzentrieren sich auf die Sexualisierung der Frau im globalen Kapitalismus und auf weibliche
Sexualität in transnationalen und virtuellen Räumen. Kürzlich herausgegeben: been there and back to nowhere - Geschlecht in
transnationalen Orten, b_books Berlin 2000.
Regula Burri: SCART
SCART ist eine hybride virtuelle figur, die sich im grenzbereich zwischen kunst und wissenschaft situiert
SCART ist die frage nach formen des denkens und handelns und nach
möglichen künstlerischen strategien im zeitalter von MTV (= der
mediatisierung_technisierung_visualisierung)
SCART betreibt epistemologisches sampling und kritisches intervenieren
SCART ist ein bild für das denkauge
SCART ist ein projekt, ist ein prozess
SCART taucht im juni 2000 im öffentlichen raum auf (internet und teleguides der swisscom)
Vali Djordjevic & Diana McCarty: FACES
Seit 1997 betreiben Kathy Rae Huffmann, Diana McCarty und Vali Djordjevic
die Mailingliste "FACES women in new media". Etwa
200 Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Autorinnen und Kuratorinnen aus
aller Welt sind auf der Liste subskribiert und versorgen einander mit
Informationen zu Ausstellungen, Kongressen, Symposien, Festivals und
anderen Veranstaltungen.
FACES entstand im Umfeld der nettime-Mailingliste, an der Diana McCarty
seit ihrer Gründung mitarbeitete. Obwohl viele Frauen im Kulturbereich in
den Neuen Medien arbeiten, fiel es ihr und Kathy Rae Huffman auf, dass
auf nettime und anderen Netzkulturlisten sehr wenige ihre Texte und Arbeiten publizierten. Es stellte sich die Frage, ob Frauen auch im Internet, das ja als Medium der Befreiung von Körperlichkeit und Geschlecht angetreten ist, anders kommunizieren als Männer.
FACES soll ein Umfeld bieten, in dem sich Frauen wohl fühlen und ohne
Scheu ihre Arbeiten und Texte veröffentlichen und medien- und genderpolitische Fragen diskutieren können. Nicht alle dieser Vorstellungen haben sich in der Praxis erfüllt, aber es hat sich ein Frauennetzwerk entwickelt, das einige neue Projekte anstößt und Frauen miteinander in Verbindung bringt.
Bei den großen Medienfestivals und -kongressen gibt es immer ein
inoffizielles FACES-Treffen, bei dem sich die Mitglieder austauschen und
neue Kontakte knüpfen. Da das Netzwerk über die ganze Welt verteilt ist,
genügt bei Auslandsreisen eine kurze Mail an die Liste und frau erhält
Kontaktadressen in Sydney, New York und Tokio. Jobs werden verteilt und
Forschungshinweise gegeben. FACES übernimmt auf unspektakuläre Weise eine
wichtige Aufgabe bei der Verteilung der Ressourcen innerhalb der
weiblichen Netzkultur-Community.
Kurzbio:
Vali Djordjevic lebt und arbeitet in Berlin. Seit 1996 Mitarbeit an diversen
Netzkulturprojekten (Internationale Stadt, Old Boys Network, Media Arts
Lab im Künstlerhaus Bethanien) Mitglied bei mikro e.V. Berlin, Administratorin der Mailingliste FACES - Women in New Media mit Diana McCarty und Kathy Rae Huffman.
Nicola Döring:
Vom solitären Tagebuchschreiben zur Online Journaling Community
Das Wunder einer netzbasierten Gemeinschaftsbildung von Einzelgängern
Da sitzen sie, die Tagebuchschreiberinnen und -schreiber in der Stille und Einsamkeit ihrer Schlaf- oder Wohnzimmer und bringen zu Papier, was sie bewegt. Danach wird das Tagebuch weggelegt, versteckt, verschlossen. Niemanden geht das etwas an. Kaum eine Tätigkeit, die so solitär - wenn nicht solipsistisch - geartet ist wie gerade das Tagebuchschreiben. Doch dann kam das Internet in die Haushalte. Und kaum war das WWW verfügbar, wurde 1995 auch schon das erste Tagebuch ins Web gestellt. Das ist lange her. Heute führen bereits Zehntausende von Jugendlichen und Erwachsenen Online-Tagebücher. Tendenz steigend. Dabei scheint doch eigentlich nichts paradoxer, als ausgerechnet das private Tagebuch im Netz einem Millionenpublikum zu präsentieren. Kulturpessimisten sehen Exhibitionismus, Größenwahn, Vereinsamung und Rachegelüste als Hauptmotive. Kulturoptimisten dagegen loben Persönlichkeitsausdruck, Selbsttherapie, Talentförderung und Gemeinschaftsbildung. Tatsächlich geht es beim Online Diary nicht einfach darum, sich vor einem mehr oder minder großen Publikum zu produzieren, sondern in Kontakt zu kommen mit interessierten Leserinnen und Lesern, die oftmals selbst Tagebuch führen. Eine Online Journaling Community hat sich entwickelt mit eigenen Webrings, Mailinglisten, elektronischen Zeitschriften, Stammtischen, Parties, Gemeinschaftsarbeiten, Wettbewerben und Konferenzen. Der Vortrag beschreibt und analysiert diese überraschende Gemeinschaftsbildung von Einzelgängern aus sozialpsychologischer Perspektive.
Angaben zur Person
Die Psychologin Dr. Nicola Döring arbeitet als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der TU Ilmenau. Sie ist unter anderem Autorin des Buches "Sozialpsychologie des Internet" (1999, Hogrefe-Verlag). Alles weitere ist auf ihrer umfangreichen Website zu erfahren: http://www.nicoladoering.net/ oder http://www.nicoladoering.de/
(Nicola Döring wird den oben vorgestellten Vortrag im Rahmen des Eröffnungsabends halten.)
Wieland Hoehne
... arbeitet im Filmladen Kassel e.V., betreut zusammen mit Gerhard Wissner den Bereich Video für das Kasseler Dokumentarfilm und Videofest, gehört zum interfiction-team und ist mitverantwortlich für die Organisation an der Kasseler Basis.
Heiko Idensen:
Inter-, hyper-, open- (Text, net, Aktion)
Schnittstellen und Fluchtlinien virtueller Text- und Theorie-Arbeit im Netz
"Man wird vielleicht einmal in Massen scheiben, denken und handeln" (Novalis)
Die neuen Arbeits- und Kooperationsformen im Netzwerk erscheinen den networkern und microslaves manchmal als eine Verwirklichung der verabschiedeten gesellschaftlichen Utopien - Geschenk-Ökononomien, wie opensource und opencontent, und freie Wissenskooperationen werden als Grundlage ,neuer Ökonomien' jenseits globalisierter Kapitalsströme ins
Spiel gebracht.
Typische Verdrängungsstrategien (schein-) selbständiger 'intellektueller Proletarier'?
Welchem Zeittakt unterliegen die Operationen und Kooperationen im Netz? Welchen Status haben Netz-Texte, Netz-Schreiber und Netz-Leser?
Welche neuen Handlungs- und Aktionsmöglichkeiten schälen sich auf der Basis virtueller vernetzter Arbeits- und Lebenszusammenhänge heraus? Wie gestaltet sich eine ,postmediale Praxis' der Netz-Arbeit allseits vernetzter ,Gruppensubjekte', wo bleiben Subversions- und Widerstandspotentiale?
Hören wir endlich auf, zu lesen und zu schreiben und die Geschichte immer wieder zu wiederholen, und fangen wir an, gemeinsam zu Schreib/Lesern zu
werden, unsere kulturellen, mentalen, diskursiven Wissenssysteme zu verknüpfen, unsere Lieblingsstellen und Lektüre-Momente, Lesezeichen,
Randbemerkungen, Fußnoten ... auszutauschen und das Internet als einen interkulturellen intertextuellen Diskursraum zu benutzen! Nicht das ebook, der Hypertext oder das Netzwerk ist revolutionär,
sondern der Gebrauch, den wir davon machen!
Margarete Jahrmann.
CLAN - LAN - WAN
The C-Lan Concept: Return of the Doxa - Online Power Domains - Minor Media Operations
Von der Slackerserver Serverselfdestruction Night zum Konsum DJing Lecture Act of Force zur SUperfemper4mance und C-LAN Party
Performance, Video(beam), Computer waren logische Tools der Real Live Server-Action Events um den Slacker_Server Konsum. Netz und Server (sprich: der Computer) sind Navigations- und Generationstool fuer Sounds und Visuals fuer Live-Setups, online und in Real Life, fuer multivariate Environments, sowie zur Generierung von Themen und Skript-Prozessen um den Server. Slackerserver Events sind Real Life Setups, das elektronische mis en scene von Situationen, die gewohntes Applikations-Verhalten (gemeint ist tatsaechlich die Software) und ihre Auswirkungen auf die online Netzkultur in Frage stellen: Digital Situationisme. Ausgehend von diesen persoenlichen Versuchsanordnungen, demonstriert anhand von online Beispielen und Demos soll ein zweites Konzept ins Visier genommen werden - eben das der
Agency, Collaboration und der vielzitierten Communitybildung im Netzwerk in CSCW, Computer Supported Collaborative Working Environments, die sich aber im Feld der "Slackerserver" eher im Bereich Forschungs- und Freundschaftsnetzwerke, des emotionsgeladenen CLAN-Memberisme bewegen. Medien entfernen (Wahrnehmung, Erfahrung und von einander), der Minor Media Theorist Howard Slater bezeichnet dies als "gap of mediation". Die Frage lautet also auch in der sozialen Organisationsform digitaler Kultur: "wie kommen wir uns nahe?".
Die C_LAN Party (http://www.konsum.net/areal)
Die Lan Party (einzeln/gemeinsam vor der Konsole connected zum Game-Server, BigDaddyMainFrame) hat sich als optimales Setup zur Steigerung der Aufmerksamkeit im Real Life und der Geschwindikeit des Feedbacks in der Multiuserumgebung als soziales Event hat sich als optionale Schnittstelle zum "Erfahren" der interaktiven Multiuserapplikationen und Skrtipttexte, bzw. der downloadbaren Tools die anstelle von "Objekten" die Kristallisationspunkte 'konzeptueller Coding-Art' bilden, entpuppt.
(Margarete Jahrmann wird CLAN LAN VAN im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag abend präsentieren)
Matthias Klos: Log.In
Matthias Klos (Projektbüro Log.In) wird das Projekt "Log.In - netz.kunst.werke" vorstellen.
Verena Kuni: panem@circenses
"ausgangspunkt des projekts ist die frage nach der position und dem aktionsradius von künstlerInnen und anderen kulturproduzentInnen in der gesellschaft als einer kapitalen arena der repräsentation. dabei geht es nicht nur um eine bestandsaufnahme und kritische befragung des rollen- und selbstverständnisses der akteurInnen im kontext des betriebssystems kunst und seiner schnittstellen zu verschiedenen sozialen und ökonomischen feldern, sondern auch um die analyse der strukturen und effekte, die diese felder produzieren. zugleich gilt es zu fragen, welche individuellen und kollaborativen strategien in theorie und praxis zur verfügung stehen, damit in einer kapitalen arena der repräsentation handlungsfähigkeit entwickelt werden kann." (aus den projektseiten)
ausserdem:
Tagungskonzeption
Katalogtext (siehe: Konzept und Programm)
Einführungsvortrag
Seminarleitung und Moderation
Kurzbio: siehe die Personalia (auf diesen Seiten; öffnet in einem eigenen Browserfenster)
Anders Turge Lehr: "Press button for reality!"
Einführung in die Medienwirklichkeit von Morgen am Beispiel der beliebten Realitiy-Soap Big Brother
Warum ist diese Show von Endemol so erfolgreich ?
Weshalb gibt es sie ? Wie funktioniert sie ? Wie reagieren Menschen in
ihr ? Was gefällt dem Zuschauer daran ? Was halten die Journalisten davon ?
Wie entsteht ein Kult darum ? Was denken Sie darüber ? Was ist neu an
diesem Format ? Was geschieht im Internet um diese Show ? Wer weiß was
das in uns verändert ? Wer schaltet noch wirklich ab ? Was sagt die Kunst
dazu ? Wie baut man seine eigene Realität ? Was sagen die Politker ?
Warum greift die Kirche ein ? Wer will mehr wissen ?
Kurzbiographie:
Anders Turge Lehr lebt und arbeitet im Internet. Stud. der Digitalen
Medien an der FH Kaiserslautern Standort Zweibrücken. Gast im Netzkunst-Projekt: "0-to-1 and back again" in der
Schirn Frankfurt 1999. Derzeitig am internationalen Forschungsprojekt EduVerse beteiligt. Ziel: Erstellung virtueller Lernumgebungen. Workshop
und Essay zum Thema Cyberspace fürs Museum für Werdende Kunst, Kassel. Teilnehmer an der i.fiction VI ,1999, Kassel.
Sebastian Luetgert:
Man kann nicht viel machen, wenn man nicht zwei ist...
Man kann nicht viel machen, wenn man nicht zwei ist. Manchmal, wenn man
ganz allein ist, muss man sich verdoppeln koennen, sein Vaterland verraten oder eine zweite Nationalitaet annehmen, das heisst, wirklich doppelt sein koennen.
Lenin hatte alle seine Ideen, als er nicht in Russland war. Danach hat er
unheimlich viel zu tun gehabt, die Haelfte seiner Zeit hat er sich geirrt, und dann ist er gestorben. Aber seine grosse Schaffensperiode war die Zeit im Exil in der Schweiz, als in Russland Hungersnot herrschte und er Fahrradtouren in den Bergen oberhalb von Zuerich machte. Da hat er am besten gedacht - als er an zwei Orten gleichzeitig war. Das Interessante am Internet oder am Websitesmachen oder dergleichen liegt darin, dass man mit anderen die Moeglichkeit teilen kann, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Aber es sollte auch ein Kommunikationsort sein, und es ist auch einer, aber eher wird da alle Kommunikation verhindert. [...]
Kurzbio:
Sebastian Luetgert, *1972 in Bielefeld, lebt und
arbeitetin Berlin. charlotte/a (91-94), a.s.ambulanzen (93-), auseinander (94-95), evidence (96-97), spass ist kein spass (97), die kinder von godard und coca-cola (98), rolux.org (98-), daimlerchrysler (99), partner gegen berlin (99-), the coils of the serpent (99), real (00-), textz.com (00-), implorer.com (00-)
Marion von Osten:
Präsentation des MoneyNations Netzwerkes
Das Projekt "MoneyNations" fand erstmalig 1998 in der Shedhalle Zürich statt. Im Zentrum des Projektes "MoneyNations 1" stand die kulturell, wie ökonomisch argumentierte Verschärfung der Grenzpolitik Westeuropas nach Zentral- und Südosteuropa und die damit einhergehende Zunahme an rassistischen Diskriminierungen für Nicht-EUropäerInnen. MoneyNations wurde ueber die Vernetzung mit verschiedenen Mailinglisten moeglich und baut auf eine längerfristige Auseinandersetzung ueber die Struktur eines suprastaatlichen KorrespondentInnen Netzwerkes auf.
Die Produktionen der KünstlerInnen und Medienaktivisten, die aus diesem
kommunikativen Austausch entstanden sind wurden in der Ausstellung der Shedhalle vorgestellt und an verschiedenen ost- und westeuropäischen Orten gezeigt und als Arbeits- und Diskussionsgrundlage weiterverwendet. Mit einem dreitägigen Kongress zum Thema "Ökonomie der Grenze" mit Beiträgen der involvierten TheoretikerInnen und einem Workshop mit Medienproduzentinnen aus Ex-Yugoslawien startete das Projekt in der Shedhalle. Die Auseinandersetzungen der unterschiedlichen AkteurInnen aus verschiedenen Wissensbereichen innerhalb des MoneyNations Projektes verdeutlicht die Möglichkeit, suprastaatliche Kommunikations- und Widerstandformen, ebenso wie neue Produktionszusammenhänge für KulturproduzentInnen jenseits der jeweiligen Stigmatisierung als "französisch", "bulgarisch", "deutsch", "rumänisch", "türkisch" etc., etablieren zu können.
In diesem Jahr wird das Projekt vom 19. Oktober bis 11. November 2000 in Wien in der Kunsthalle Exnergasse fortgeführt, darüber hinaus wird eine neue Ausgabe von MoneyNationsTV mit einem erweiterten Kreis von ProduzentInnen des Inner- und Aussereuropäischen Raumes im Projekt EuroVision2000 in Prag, Bologna und Brüssel erarbeitet. Die Beiträge der ersten Veranstaltungen in Zürich sind auf der Website www.moneynations.ch oder im der Publikation "The Correspondent" in englischer Sprache veröffentlicht. Informationen über das Projekt EuroVision2000
sind unter www.eurovision2000.net zugänglich.
Die MoneyNations Website, sowie einige der Video- und Soundprojekte moechte ich bei interfiction vor dem Hintergrund vorstellen und diskutieren, ob es möglich ist Arbeitszusammenhänge ueber kommunikative Netzwerke und im speziellen ueber das Internet längerfristige produktiv zu machen.
Kurzbio:
Marion von Osten, artist and author born 1963 in West-Germany studied Fine Arts
and Philosophy in Karlsruhe and Bochum
Curator at Shedhalle Zürich from 1996-98, teaches critical art
practice since 1999 and develops, together with Sybille Omlin, the
Gender Studies section in the Institute for Theory in the School of
Visual Arts and Design, Zurich. She publishes in Texte zu Kunst,
A.N.Y.P., Springerin, Ojeblikket, Opening and feminist magazines.
Her video - and installation works dealing with gender, urban and
economic issues. She is a member of the k3000 collective and
lives in Berlin and Zurich.
Marie Ringler:
In Österreich ist nichts normal!
Weiterführende URLS:
http://mediaspace.t0.or.at
http://world-information.org
http://widerstand.netbase.org
http://www.government-austria.at
http://www.volkstanz.net
Kurzbio:
Marie Ringler, lebt und arbeitet in Wien und ist Geschäftsführerin von
Public Netbase t0 Media~Space!/Institut für Neue Kulturtechnologien
tätig. Public Netbase t0 bietet not-for-profit Internet Services für den Kunst- und Kulturbereich und betreibt den Media~Space! Veranstaltungsraum als Vermittlungsstelle für Medienkompetenz im Wiener Museumsquartier. In
ihrer Arbeit beschäftigt sie sich vor allem mit den Wechselwirkungen zwischen Kunst, Politik und Technologie. Ihr besonderes Interesse gilt den
Bereichen Kulturpolitik und Feminismus.
Derzeit ist sie auch General Managerin des Projekts World-Information.Org
des Instituts für Neue Kulturtechnologien, das im Juli 2000 erstmals in
Brüssel im Rahmen des europäischen Kulturhauptstadtfestivals Brüssel 2000
präsentiert wurde und in Wien im November 2000 gezeigt werden wird.
Matze Schmidt: "Die Story vom undergroundserver"
Die Legenden um Gegenöffentlichkeits- und Parallelweltinduzierte
Alternativkollektive 'im' Netz, die mit gesellschaftskritischem, also
-teilendem Anspruch ihre eigenen Zentren bilden, zeitigen ihre
Geschichtsschreibung. Aber wo werden diese Gruppen abgebildet auf der
"Internetgeografie"? Wie umgehen, mit der "power axis of differentiation"
der Subjekte und der Gruppendynamik? Warum sie orten im System der
Aufmerksamkeitsökonomie? Was ist diese an den Markt der Contents
drängende intellektuelle Action?
Das ist die Story vom undergroundserver, der seit Ende der 80er Jahre
unbemerkt, ohne Label und Überbau medial aktiv ist und Theorie und Praxis
koppelt. Seine Geschichte beginnt vielleicht mit dem Phantasma der
"Eigenen Technologie" welches als Quasi-Apriori den Sozialraum erst einrichtet.
In der historischen Rekapitulation und Rekonstruktion des exemplarischen
Netz-und Realraum-Projekts, seiner Figuren und Auftritte mit Exkursionen
in das Umfeld ähnlich gelagerter Domains werden die utopistischen und
fiktiven Anteile dieses Pro-Jekts erzählt. Das Beispiel wird neben einem "Wie es war" (hoffentlich) gleichzeitig einen Modellentwurf für reflektorische Strategien der Verortung eines verinnerlichten computergestützten Aktionsraums ermöglichen, der weder singulär skulptural, als schlichter Topos, noch nur als point-to-point-Architektur aufzufassen wäre, sondern immanent, gespurte (narrative?) Anteile bereithält, deren heimliche Performanz im Wechselverhältnis mit dem System des kulturellen Speichers passiert.
Kurzbiografie:
Matze Schmidt (geb. 1967) lebt in Kassel und Berlin, ist
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel im Fachbereich
Kunstwissenschaft und führt seit August 1999 mit Freunden und Gästen das Projekt 3000 durch. Und gehört zum interfiction-Team.
Gerhard Wissner
... arbeitet im Filmladen Kassel e.V., betreut zusammen mit Wieland Hoehne den Bereich Video für das Kasseler Dokumentarfilm und Videofest, gehört zum interfiction-team und ist mitverantwortlich für die Organisation an der Kasseler Basis.
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Kontakt und Information:
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interfiction
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Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest Filmladen Kassel e.V. z. Hd. Gerhard Wissner / Wieland Höhne Goethestr. 31 D-34119 Kassel T.: 0049-(0)561-70764-0 F.: 0049-(0)561-70764-41 dokfest@filmladen.de
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Siehe auch:
interfiction VI: - 1999
i.fiction i.fiction i.fiction
entwürfe und wirklichkeiten von identität in den elektronischen medien
(Auf diesen Seiten!)
Weitere Hintergrund- und Programminformationen zum
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest unter der offiziellen
Festivalhomepage des Filmladens Kassel e.V.
(Öffnet in einem eigenen Browser-Fenster!)
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© verena kuni 2000