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i.fiction
Fachtagung in der Reihe interfiction
im Rahmen des 16. Kasseler Dokumentarfilm und Videofests
Kassel, 17. 11. - 21. 11. 1999
Konzipiert von Verena Kuni
Organisiert und realisiert in Zusammenarbeit mit
Gerhard Wissner, Wieland Höhne und Matze Schmidt
sowie dem Filmladen Kassel e.V. und dem dock4, Kassel
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Seit Frühjahr 2000 hat interfiction eigene Netzseiten, auf denen sich alle bisherigen interfiction-Veranstaltungen dokumentiert finden
http://www.interfiction.org
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i.fiction
entwürfe und wirklichkeiten von identität in den elektronischen medien
[Der folgende Text erschien im Katalog des 16. Kasseler Dokumentarfilm und Videofests 1999]
i.fiction - Entwürfe und Wirklichkeiten von ›Identität‹ in den elektronischen Medien
von Verena Kuni
Die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahre hat dazu geführt, daß nicht nur Computer, sondern auch Netzwerke Einzug in unseren Alltag gehalten haben und unsere individuellen Erfahrungen wie auch unsere sozialen Interaktionen zunehmend mitbestimmen. Potentiell sind Internet und World Wide Web damit zu Medien geworden, über die das ›Ich‹ nicht nur Verbindungen zur Außenwelt aufnehmen, sondern auch sich selbst zur Welt in ein Verhältnis setzen und damit als ›Ich‹ verstehen - und gegebenenfalls neu verstehen kann. Was bedeutet ›Identität‹ im Zeitalter der elektronischen Medien?
Auf der einen Seite stehen jene Utopien und Visionen, wie sie auch wesentlich zum Entstehen des ›Mythos Internet‹ beigetragen haben: Im Netz, so heißt es, ist es jedem überlassen, mit vielfältigen Möglichkeiten von Identität zu experimentieren, sich eine neue Identität zu erschaffen, oder sich - im Extremfall - sogar zu ›verlieren‹. Doch sollte es uns wirklich gelingen, im Netz jenseits und vollkommen unabhängig von jenen individuellen Bedingtheiten und gesellschaftlichen Normierungen zu agieren, die unser Leben im Diesseits unserer körperlichen und sozialen Existenz bestimmen? Und kann eine solche ›posthumane Identität‹ überhaupt in unserem Interesse sein?
Dem Ideal eines freien, vernetzten Individuum steht das Szenario des ›gläsernen Menschen‹ in einem Überwachungsstaat gegenüber, dessen Bewegungen in einem nur scheinbar grenzenlosen Terrain gezielt verfolgt und nachvollzogen werden können. Die von ›unsichtbaren‹ Agenten gesammelten Daten geben Einblick in die Privatsphäre und das Persönlichkeitprofil. Die scheinbar anonymen Netzreisenden werden so zu ›berechenbaren‹ Subjekten, deren Konsumbedürfnisse gezielt gelenkt und mögliche politische oder soziale Devianzen um so leichter kontrolliert werden können. (Un)-mündige Bürger führen ihren Identitätsnachweis über die Nummer ihrer Kreditkarte, um auf der Einbahnstraße des ›electronic highway‹ Kolonne zu fahren - in eine schöne neue Welt, deren einziges Versprechen von Individualität das persönlich zusammengestellte Pay-TV-Programm und eine über ›interactive shopping‹ ausgewählte Garderobe sind. Aber wie könnte demgegenüber eine alternative Netzumwelt aussehen, die uns nicht nur einen selbstbestimmten Zugang zu (Informations-)Ressourcen gewährt, sondern darüber hinaus auch Freiräume zur Entwicklung und Entfaltung, vielleicht sogar Tools zur Gestaltung unserer Persönlichkeit(en) zur Verfügung stellt?
Entsprechend scheinen sich Entwürfe und Wirklichkeiten von Identität in den elektronischen Medien zwischen extremen Polen zu bewegen: Auf der einen Seite steht die ›elektronische Einsamkeit‹ der einzelnen NetzteilnehmerInnen am heimischen PC, auf der anderen ein zunehmender Drang nach ›weltweiter‹ Selbstveröffentlichung. Für Viele weit mehr als eine schlichte Visitenkarte, kann schon die Homepage zum Vehikel alternativer Welt- und Selbstentwürfe werden.
In den Kommunikationsräumen des Netzes - wie MUDs oder Chatrooms - tummeln sich unzählige ›Ichs‹ hinter dem Schutzschild einer Avatar-Identität. Die Konstruktion einer solchen Netz-›Persona‹ mittels Maskerade erlaubt es, in verschiedenste Rollen zu schlüpfen oder gar ›multiple‹ Persönlichkeiten anzunehmen. Aber führt dies tatsächlich auch dazu, dass NetzteilnehmerInnen, die hier spielerisch Identitäten entwerfen und erproben, jenseits tradierter Machtverhältnisse und Geschlechterrollen agieren? Schliesslich müssen wir uns über Eines immer im Klaren sein: An jeder Tastatur, an jedem Computer, auf denen Fiktionen von Selbst und Welt formuliert und hinter jeder ›Netzidentität‹, über die sie transportiert und kommuniziert werden, steht ein Mensch, der in einer individuellen und sozialen Realität verankert ist.
Vor diesem Hintergrund werden im Zentrum von i.fiction Fragen der Konstruktion, Konstituierung und Kritik von Subjekt- und Identitätsbegriffen im Kontext elektronischer Medien stehen. Um die gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Umgangs mit neuen Technologien in ihrer Bedeutung nicht nur als Informations- und Kommunikationssysteme, sondern vor allem als Signifikations- und Repräsentationssysteme, die mithin wesentlich an der Herstellung von Realität beteiligt sind, zu erfassen, bedarf es eines Instrumentariums, das geeignet ist, Prozesse der Bedeutungsproduktion und der Subjektkonstituierung zu analysieren (vgl. Susanne Lummerding, agency@, in: Springerin IV/1 1998). Welchen Beitrag können künstlerische und theoretische Interventionen in diesem Zusammenhang leisten? Inwieweit sind sie geeignet, ein solches Instrumentarium bereitzustellen - während sie zugleich immer auch selbst an Prozessen der Bedeutungsproduktion und der Subjektkonstituierung beteiligt sind?
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In einem zweitägigen, konzentrierten Workshop-Seminar (Freitag/Samstag 19./20.11. jeweils von 13-17 Uhr im dock4) werden die TeilnehmerInnen von i.fiction diese Fragen diskutieren und in eigenen Beiträgen zu einzelnen Themenschwerpunkten Stellung nehmen.
So wird Ute Hoffmann über das Verhältnis von ›Künstlichen Charakteren, intelligenten Artefakten und echten Menschen‹ berichten und Konzepte vorstellen, die ›menschliche und nicht-menschliche, in den Laboratorien der Robotik und des A.L. (artificial life) konstruierte ›Lebewesen‹ als gleichwertige soziale Akteure behandeln‹, um auf dieser Basis über ›Identitätskonstitution zwischen Virtualisierung und Objektualisierung‹ zu reflektieren. Aber: ›Wo ereignet sich Identität eigentlich?‹ Und was bedeutet es, Identität nicht nur im Licht neuer Technologien, sondern auch im von Mythen und Fiktionen genährten Raum der Rede über neue Technologien zu verorten? Während Gunther Rehfeld in diesem Sinne zunächst einmal nach den Begriffen fragt, um ›ein Repertoire zu erarbeiten, auf dessen Grund man neue Formen der Kommunikation und der Identitätsstiftung‹ entwickeln könnte, möchte Wolfgang Neuhaus dem ›Subjekt der Maschine‹ selbst nachspüren und eine kritische Lektüre der Konstituierung von Subjekt- und Identitätsbegriffen innerhalb historischer und aktueller »Techno-Logiken« vornehmen.
Unmittelbar in die Welt virtueller Identitäten wird Anders Turge Lehr eintauchen, wenn er ›Chancen und Möglichkeiten, aber auch Gefahren und soziokulturelle Probleme‹ des ›Avatar Cyberspace‹ als Lebens- und Kommunikationsraum für das 21. Jahrhundert ausloten will. Wie ein solches Zusammenleben unter heutigen Netzbedingungen aussehen und welche Rolle die Kunst dabei spielen kann, fragen Angela Dorrer und Maja Bott, die das Projekt eines ›interaktiven Spiele-Event‹ zum Thema ›Identitäten im Netz‹ vorstellen werden. In einer Mischung aus Rollenspiel, Performance und Theater werden virtuelle und reale TeilnehmerInnen on- und offline agieren und dabei erfahren können, ob und wie sich ihr eigenes Verständnis, Ausdruck und Kommunikation von Identitäten verändern. Ebenfalls aus künstlerischer, aber kritischer Perspektive wendet sich Helene von Oldenburg einer für eine digitale Spielumwelt entworfenen Identifikationsfigur zu, wenn sie Lara Croft als Beispiel eines ›PostSubject‹ untersucht, dem es ihrer Meinung nach allerdings andere ›zukunftsaktive Identitätsmodelle‹ entgegenzusetzen gilt. Barbara Strebel wird schliesslich unter dem Titel ›RE(-emerging) Identities - Appearance and Indicators‹ einige künstlerische Projekte im World Wide Web vorstellen, die sich auf ihre Weise mit den Utopien und Realitäten im Netz kursierender Identitätskonstrukte und Identifikationsangebote befassen.
Grundsätzlich skeptisch, ob ›innerhalb dieses technischen Kontextes‹ überhaupt eine ›neue Identität behauptet werden‹ kann, schlägt Ernst-D. Lantermann vor, zunächst einmal vor dem Bildschirm zu verweilen, um ›Selbst und Sinne an der Netzschnittstelle‹ zu reflektieren. Während ›personale und soziale Identität‹ - wie er betont - einerseits immer an die Erfahrungen des Individuums gebunden bleibt, das sich nicht nur kognitiv, sondern eben auch leiblich in ›fortwährender Reibung mit der alle Sinne fordernden Wirklichkeit‹ befindet, ist andererseits auch der Körper keineswegs eine ›unhintergehbare‹, ›natürliche‹ Instanz, sondern seinerseits Matrix kultureller und gesellschaftlicher Zuschreibungspraxen und damit Teil kognitiver Konzepte. Wenn dies gleichermassen für den ›Körper im Netz‹ gilt, wird es daher auch lohnen, mit Barbara Becker danach zu fragen, wie die gegenwärtig zu beobachtenden ›Inszenierungen von Körperlichkeit in virtuellen Umgebungen‹ zu deuten sind. Um so brisanter wird dieses Spannungsfeld dort, wo die Kategorie Geschlecht ins Spiel gebracht wird. Gestattet es uns die virtuelle Realität des Netzes tatsächlich, jenen Konditionierungen zu entrinnen, über die sich gerade im Bezug auf die Geschlechtsidentität ›Identitätskategorien als Ursprung und Ursache‹ behaupten, ›obgleich sie in Wirklichkeit Effekte von Institutionen, Verfahrensweisen und Diskursen mit vielfältigen und diffusen Ursprungsorten sind‹ (J. Butler)? Kann ›Genderswapping im Internet‹ ein gangbarer (Um)weg sein, den Datensatz der binären Geschlechtermatrix zu queren? Und wie verhalten sich solche Identitätsfiktionen zu den Körpern von Gewicht? Vor dem Hintergrund dieser Fragen wird sich Verena Kuni auf die Spuren einiger ›Gendernauts im Cypherspace‹ begeben.
Dass in der Netzkommunikation alltäglich Grenzen überschritten und gesellschaftliche Regeln gebrochen werden, davon geht Felicia Herrschaft aus, wenn sie auf einen möglichen ›Intimitätsverlust blickloser Kommunikation in den neuen Medien‹ verweist: Wo im Netz die zäsurierende, Intimität wie Distanz regulierende Funktion des Blicketauschens wegfällt, besteht gewissermassen erhöhte Verletzungsgefahr. Zu den Mechanismen eines entsprechenden Selbstschutzes scheinen in weiterem Sinne auch jene ›anorektischen Strategien der Informationsverweigerung‹ zu gehören, die Marie-Luise Angerer jedoch als Effekte einer Projektion psychischer Mechanismen und Symptome auf den Cyberspace analysieren will, wenn sie unter dem Motto ›space does matter: aspects of cyberlife‹ das Verhältnis von Körper und Datenraum im Spannungsfeld der Metaphorik von Essen und Nicht-Essen untersucht. Aber was geschieht, wenn wir als - virtuelle wie reale - Subjekte im Cyberspace wirklich den Boden unter den Füssen verlieren? Wo nämlich mithilfe elektronisch generierter Erlebniswelten, wie Susanne Ackers zeigen wird, ›die Erfahrung von Identitätsverlust auf Abruf‹ erfahrbar und aus dem Spiel allzu rasch Ernst werden mag, könnte - ›Hit space to reStart Level‹ - ein Neustart des gesamten Programms notwendig werden.
In diesem Licht betrachtet, nehmen sich nicht zuletzt die Parolen einer postfordistischen Arbeitswelt, die es ihren Subjekten anheim stellt, sich je nach den aktuellen Erfordernissen neu zu konstituieren und zu organisieren, zynisch aus. ›Auch beim Boom von Psychotherapien‹, vermutet Hans-Christian Dany, ›dürfte es sich demenstprechend um eine grossangelegte Schulung für diese neue Arbeitswelt handeln. Wem die Kasse keine Reparatur seiner Identität zahlt, der bastelt sich im Netz einen provisorischen Ersatz.‹ Denn: ›Wer kein Ich hat, fliegt raus!‹
Gut möglich, dass der Workshop spätestens an dieser Stelle - wie Michaela Schweiger vorschlägt - einen virtuellen ›Hausmeister‹ gebrauchen kann, der die Glühbirnen in www.cybertown.com auswechselt, wenn den versammelten Netz(identitäts)reisenden so gar kein Licht mehr aufgehen will.
Vorhand zu und alle Fragen offen? Der/die Letzte macht dann bitte das Netz aus...
Zum Auftakt von interfiction 1999 findet am Donnerstag, den 18. 11. um 20 Uhr eine öffentliche Abendveranstaltung mit Vorträgen, Präsentationen von TeilnehmerInnen des Workshop-Seminars und einer anschliessenden Gesprächsrunde statt. Nach einer kurzen Einführung in das Thema i.fiction - Entwürfe und Wirklichkeiten von Identität in den elektronischen Medien von Verena Kuni wird zunächst Ute Hoffmann mit ihrem Vortrag ››Agents are here to stay!‹‹ danach fragen, inwieweit wir bereits Auf dem Weg zu einer hybriden Netzgesellschaft sind. Weiterhin begibt sich Wolfgang Neuhaus in die Welt der Vernetzung der Fiktionen, um Die Bedeutung der Telematik für Kunst und Literatur zu untersuchen. Mit ihrem Bericht über die Entdeckung des SpiderBug (already Browsing the Brain) verspricht Helene von Oldenburg schliesslich spannende Ein- und Ausblicke auf eine vernetzte Zukunft zu geben, bevor das Podium für Gespräche und Publikumsfragen geöffnet wird.
Im Anschluss an die Veranstaltung empfiehlt sich zum Ausklang des ersten interfiction-Abends ab 22.15 Uhr ein Besuch des Videoprogramms Wenn Eins zum Andern kommt, das die Frage nach Enwürfen und Wirklichkeiten von Identität mit dem Blick auf Genealogien und Beziehungsmuster auf seine Weise aufnimmt und weiterführt.
Ausserdem bietet sich insbesondere für alle interfiction-TeilnehmerInnen anschliessend an den zweiten Teil des Workshops am Samstag ab 17.45 Uhr ein Besuch des Programms Wohlstandsgrenzen an, in dessen Rahmen Ursula Biemann ihr Video Performing the Border vorstellen wird.
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i.fiction - Die TeilnehmerInnen
Susanne Ackers (Kunsthistorikerin, Berlin) - Marie-Luise Angerer (Professorin am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum) - Barbara Becker (Wiss. Mitarbeiterin am Forschungszentrum Informationstechnik/GMD, St. Augustin) - Ursula Biemann (Künstlerin, Zürich) - Maja Bott (Dipl.-Volkswirtin, München) - Hans-Christian Dany (Künstler, Hamburg) - Angela Dorrer (Künstlerin, München) - Felicia Herrschaft (Philosophin, Frankfurt/M.) - Ute Hoffmann (Wiss. Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung/WZB, Berlin) - Verena Kuni (Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Frankfurt/M.) - Ernst-D. Lantermann (Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Gh Kassel) - Anders Turge Lehr (Stud. der Digitalen Medien an der FH Kaiserslautern, Standort Zweibrücken) - Wolfgang Neuhaus (Freier Autor, Berlin) - Helene von Oldenburg (Promovierte Agrarwissenschaftlerin und Künstlerin, Rastede und Hamburg) - Gunther Rehfeld (Professor für Medienkonzeption und Medienproduktion an der FH Kaiserslautern, Standort Zweibrücken) - Michaela Schweiger (Künstlerin, Berlin) - Barbara Strebel (Künstlerin und Netzwerkerin, Basel)
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i.fiction - Abstracts der TeilnehmerInnen (alphabetisch)
Susanne
Ackers - Marie-Luise Angerer - Barbara Becker - Ursula Biemann - Maja Bott - Hans-Christian Dany - Angela Dorrer - Felicia Herrschaft - Ute Hoffmann - Verena Kuni - Ernst-D. Lantermann - Anders Turge Lehr - Wolfgang Neuhaus - Helene von Oldenburg - Gunther Rehfeld - Michaela Schweiger - Barbara StrebelSusanne Ackers:
Hit space to reStart level
"A strong sense of identity and direction gets one nowhere in cyberspace." Sadie Plant (1997)
Identitätsverlust ist u.a. ein Merkmal von Psychosen, eingegliedert in eine historische Entwicklung. Im Kontext des Cyberspace wird die Erfahrung von Identitätsverlust auf Abruf erlebbar. Die Ästhetisierung und Kultivierung solcher Erfahrung ist allerdings älter: Sie wurzelt im Medium der Literatur. Im Unterschied zur Literaturrezeption begibt sich der Leser/Schreiber des Internets in eine offene interaktive Situation, wie sie z.B. in Neal Stephenson's sf-Roman ‚The Diamond Age' (1995) vorgestellt wird. Wie gefährlich ist dieses Spiel?
Stichworte: NetzIdentitäten, Cyborg-Bewusstsein, Privacy on the Net
Kurzbiographie:
Susanne Ackers, Kunshistorikerin, lebt und arbeitet in Berlin, Gründungsmitglied der ersten cyberfeministischen Allianz Old Boys Network
Marie-Luise Angerer
space does matter: aspects of cyberlife
Immer wieder wird der cyberspace mit dem psychischen Raum gleichgesetzt bzw. behauptet, dass im cyberspace psychische Mechanismen "sichtbar" werden würden. Auch psychische Symptome wie die Anorexie wird auf den cyberspace übertragen und von anorektischen Strategien der Informationsverweigerung (=Nahrungsverweigerung) gesprochen. Anhand unterschiedlicher Medien (Film, Sci-fi-Erzählungen) möchte ich auf mehrfache Missverständnisse in dieser Gleichsetzung aufmerksam machen sowie das Verhältnis von cyberspace, Körper, Essen-Nichtessen, dick und dünn analysieren.
Kurzbiographie:
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Institut für Film- und Fernsehwissenschaften/Ruhr-Universität Bochum
Publikationen (Auswahl):
Body Options. Körper.Spuren.Medien.Bilder. Wien: Turia& Kant 1999.
Space does Matter. On cyberbodies and other bodies, in: European Journal of Cultural Studies, vol. 2 (2), 1999, p. 209-229. (Sage)
Between Body and Nobody. Subjektformationen im Cyberraum. In: Marion Strunk (Hg.):
Subjekte, Stars und Chips. Zürich. S. 138-157.
Feministische Positionen in Kunst- und Medientheorien, in: Sigrid Schade/Christoph Tholen (Hg.): Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien. München: Fink Verlag, S. 455-466.
The Body of Gender (Hg.), Wien: Passagen 1995.
Medienkörper/Körper-Medien Erinnerungsspuren im Zeitalter der >digitalen Evolution<, in: Claudia Öhlschläger/Birgit Wiens (Hg.): Körper-Gedächtnis-Schrift. Der Körper als Medium kultureller Erinnerung, Berlin: Erich Schmidt Verlag 1997, S. 277-292.
Medienkörper: Zur Materialität des Medialen und der Medialität der Körper, in: Andreas Hepp/Rainer Winter (Hg.): Kultur-Medien-Macht, Cultural Studies und Medienanalyse, Opladen: Westdeutscher Verlag 1997, S. 259-270.
Barbara Becker
Der Koerper im Netz: Inszenierung von Koerperlichkeit in virtuellen Umgebungen
Lange Zeit wurde die Debatte um den Koerper von einer Polarisierung dominiert: auf der einen Seite galt der Koerper als unhintergehbare, quasi "natuerliche" Quelle individueller Akzentuierungen, auf der anderen Seite existierte die diskurstheoretisch begruendete Auffassung, derzufolge auch das biologische Geschlecht Resultat kultureller Zuschreibungen ist. Im Rahmen dieses Beitrags soll auf der Basis dieser unterschiedlichen Annahmen nicht nur ein "dritter" Weg praesentiert werden, der auf der Basis phänomenologischer Theorie den Koerper als gleichermaßen kulturell geformte wie auch "natuerliche" Instanz begreift, sondern es soll zudem aufgezeigt werden, wie die gegenwaertig zu beobachtetenden Inszenierungen von Koerperlichkeit im Internet vor diesem Hintergrund zu deuten sind.
Kurzbiographie:
Barbara Becker (1954) studierte Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte in Marburg, Muenster und Bochum. Sie promovierte ueber Grenzen der Kuenstlichen-Intelligenz-Forschung und arbeitete lange Jahre an der Universitaet Dortmund ueber philosophische Implikationen der Kognitionsforschung. Gegenwaertig ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe "Autonome intelligente Systeme" am Forschungszentrum Informationstechnik (GMD) in St. Augustin
Ursula Biemann:
Performing the Border
Das Video-Essay dokumentiert am Beispiel der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez, einem Zentrum der globalen High-Tech-Produkton, die Situation der dort beschäftigten Arbeiterinnen.Vor dem Hintergrund der durch die rasche Industrialisierung drastisch veränderten gesellschaftsstruktur wirft die Zunahme der Prostitution und eine seit 1993 ungeklärte Serie von über 150 Frauenmorden die Frage nach der Verknüpfung zwischen Massentechnologie und dem Warencharakter des weiblichen Körpers auf.
Anhand eigener Videoaufnahmen, Interviews mit Frauen, TV-Dokumentationen und Polizeiberichten entsteht ein vielschichtiges Bild der Grenze als diskursivem Raum, das sowohl die Überwachungsstrategien der Firmen als auch die Schaffung eigener, alternativer Räumlichkeiten im Spannungsfeld zwischen (weiblicher) Subjektivität und Kapital beschreibt.
Kurzbiographie:
Künstlerin, ehem. Kuratorin an der shedhalle/Zürich. Arbeitsschwerpunkte: Gender und (Post)kolonialismus, Kontext Stadt.
Publikation zu Performing the Border u.a. in: Next Cyberfeminist International. A Reader, Hrsg. Cornelia Sollfrank, Hamburg 1999
Maja Bott / Angela Dorrer
Identitäten im Netz. Ein interaktives Spiele-Event
Bei dem Projekt "Identitäten im Netz" handelt es sich um ein ca. vierstündiges interaktives Spiele-Event, das virtuelle und reale Besucher und Kunst gleichermassen miteinbezieht. Teilnehmende Spieler und Künstler begegnen sich real und im Internet in einer Mischung aus Rollenspielen, Performances, Vorträgen und Interventionen. Kommunikation erfolgt in unterschiedlichen Medien und Ebenen. Die Bestandteile sind miteinander verknüpft bzw. verwoben und beziehen sich auf das Thema "Identität und Kommunikation". Das Erreichen eines Zieles des Spieles, eine Lösung, soll zwischen Einzelnen und Gruppen Kooperation und Rivailtät erzeugen. Hinweise auf das zu erreichende Ziel soll u.a. in den künstlerischen Beiträgen gegegen werden. Kunst hat in diesem Kontext die Funktion das Angewandten, und "dem Event Substanzgebenden".
Initiiert wurde das Projekt von einer Gruppe Münchner Kunst- und Medienschaffender, u.a. Maja Bott, Patrick Gruban und Angela Dorrer. Mittlerweile hat sich eine Gruppe von ca. 20 MitwirkerInnen gebildet, die On- und Offline an dem Projekt mitarbeiten. Dazu gehört natürlich eine Website mit Forum und Login-Kennung.
Kurzbiographien:
Maja Bott ist Betriebswirtschaftlerin, lebt und arbeitet in München.
Angela Dorrer ist Künstlerin, lebt und arbeitet in München. Netzprojekte und -performances, u.a. "Do you want a Cookie" (seit 1997), "Internet-Wanderweg für München" (1999).
Hans-Christian Dany
Wer kein Ich hat, fliegt raus!
Einer der zentralen Befehle postfordistischen Arbeitswelt heißt, werde Subjekt. Sprich: organisiere dich selbst, verwalte deinen Arbeitsplatz, bringe deine Subjektivität ein - wenn dein Subjekt abgeschöpft ist, konstruiere dir eine neue Identität und bringe sie wieder in die Produktion ein.
Vielleicht handelt es sich bei der Wiederkehr `der Sorge um sich selbst´ um eine begleitende Maßnahme zu dieser Umstrukturierung. Auch beim Boom von Psychtherapien dürfte es sich um eine großangelegte Umschulung für die neue Arbeitswelt handeln. Also werde ein Ich und du darfst in die neue Fabrik. Wem die Kasse dir keine Reparatur deiner Identität zahlt, der bastelt sich im Netz einen provisorischen Ersatz.
Kurzbiographie:
Hans-Christian Dany ist Künstler und lebt in Hamburg. Arbeitsschwerpunkt ist momentan die Frage nach dem Künstlerselbstverständnis. Im letzten Jahr u. a. Gastredakteur der Zeitschrift `springerin´ (Wien) , Mitherausgeber der Zeitschrift `Starship´ (Berlin), Mitherausgaber des Buches, `dagegen dabei´ (Hamburg 1998). Schreibt an einem Roman.
Felicia Herrschaft
Intimitaetsver(lust) blickloser Kommunikation in den neuen Medien?
Diskussion der Konstitution von Schamgefuehlen und deren Transformationen anhand neuer "Blickrichtungen".
Anhand einer kleinen Anthropologie des Blicks sollen einige Fragen ueber die Relevanz der Blicke in bezug auf Regelverhalten und Grenzen von Intimitaet und den Bedingungen von Schamgefuehlen, anhand kommunikativer Praktiken in den neuen Medien, gestellt werden. Blicke koennen die Hoeschtform der Initmitaet und die subilste Form der Ablehnung/Ausgrenzung zwischen Menschen bedeuten und durch Blicke symbolisiert werden, aufgrunddessen, dass der Blick, wenn dieser als vergleichbar mit kommunikativen pragmatischen Praktiken angenommen wird, dieser eine Hoechstform an sozialer Reziprozitaet darstellt: Bsp.: die zaesurierende Funktion des Blicks, der gesenkte Blick vor Autoritaetspersonen, Herr/Knecht Problematik, Vermeidung einer Symmetrie, im Gegensatz von sich Liebenden, die eine Aufhebung der Symmetrie anstreben, was bedeuten kann die Kommunikationsverhaeltnisse in jeglicher Hinsicht umzukehren, den Moeglichkeiten des Blickens, anhand der "leeren" Reziprozitaet des Blicks, komplexe Kommunikations-und Handlungsanforderungen in alltaeglichen Begegnungen zu bewaeltigen, obwohl diese sich sehr oft durch das Phaenomen der doppelten Kontingenz auszeichnen: A weiss nicht was B macht, unterstellt B, dass dieser es auch nicht wissen koenne, etc.
Welche Rolle spielt nun das Schamgefuehl in dieser Betrachtung der kontingenten und kommunikativen Funktionen der Blicke und warum koennte dies uebertragen auf neue Medien, erklaeren, warum Menschen, sobald sie sich ins Internet begeben schamloser, furchtloser werden und geachtete Intimgrenzen des anderen missachten, obwohl die moeglichen Verletzungen und Demuetigungen, die Menschen im Internet erleben, den Verletzungen im realen Leben oft in nichts nachstehen? Diese Problematik moechte ich anhand von Sartre und Merleau-Ponty naeher erlaeutern.
Kurzbiographie:
Felicia Herrschaft, geb. 1968, studierte Philosophie, Kulturanthropologie, Psychoanalyse und Soziologie in Frankfurt.
Ute Hoffmann:
"Agents are here to stay!" - Sind wir auf dem Weg zu einer hybriden Netzgesellschaft?
Intelligente Softwareagenten im Netz und intelligente Geräte im Haushalt gehören mittlerweile zum Standardrepertoire von Szenarien der Informationsgesellschaft. Werden wir künftig einen Grossteil unserer Zeit in virtuellen Raeumen mit artifiziellen Interaktionspartnern verbringen?
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Herkunft, gegenwärtige Einsatzfelder und Perspektiven artifizieller Netzexistenzen. Mit dem Auftauchen von "selbständig agierenden Programmen" wird die herkömmliche Rollenteilung von Benutzer und Werkzeug in Frage gestellt. Damit eröffnen sich im Interaktionszusammenhang von menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren neuartige Freiheitsgrade und Problemzonen.
(Abendvortrag am Donnerstag, 18. 11. 1999)
Ute Hoffmann
Künstliche Charaktere, intelligente Artefakte und echte Menschen: Identitätskonstitution zwischen Virtualisierung und Objektualisierung
Anonyme Netzexistenzen kommunizieren miteinander; Kaufagenten wickeln den E-Commerce im Internet ab; der Kühlschrank schickt uns Emails; die Kids spielen mit dem Roboterhund; wir tragen Schuhe mit eingebautem Empfänger für Navigationssatelliten - Facetten einer zukünftigen Gesellschaft, in der Menschen einen Grossteil ihrer Zeit in virtuellen Räumen (mit artifiziellen oder "echten" Interaktionspartnern) oder mit Kontakten zu Robotern und anderen künstlichen Lebewesen verbringen? Obwohl solche Szenarien einer fortgeschrittenen Virtualisierung und Objektualisierung sozialer Beziehungen nach wie vor eher Traum als Wirklichkeit sind, ist nicht zu übersehen, dass die anhaltende (kommunikations-)technische Mediatisierung des Alltags eine gleichermaßen intellektuelle wie lebenspraktische Herausforderung mit sich bringt: Gegenstände der gewohnten Umgebung und Computeranwendungen zeichnen sich mehr und mehr durch einen neuartigen (Ver- Handlungscharakter aus.
Dieser (Ver-)Handlungscharakter von Technik umfasst zwei, miteinander verbundene Aspekte: Technik, die zunehmend selbstselektiv wird, erscheint damit gleichzeitig auch intelligenter und tritt als mehr oder weniger eigenständiger Akteur auf. Die herkömmliche Rollenteilung von Benutzer und Werkzeug muss im Interaktions-zusammenhang erst hergestellt und ausgehandelt werden, andere Rollenteilun-gen werden möglich. Identitätskonstitution lässt sich daher nicht beschränkt auf soziale Interaktionen zwischen menschlichen Nutzern/Netzpersonas betrach-ten, sondern erfordert einen breiteren Blick auf ein materiell heterogenes Ensemble von Teil-nehmern: Die digitalisierte und vernetzte Welt wird von einer hybriden Gesellschaft natürlicher und artifizieller Akteure bevölkert.
Auf dem Workshop möchte ich Konzepte zur Diskussion stellen, die menschliche und nicht-menschliche (Lebe-)Wesen gleichermaßen als vollwertige soziale Akteure behandeln. Ansatzpunkte dazu finden sich zum einen in der Wissenschafts- und Techniksoziologie (vor allem in der Aktor-Netzwerk-Theorie) und zum anderen in den Bereichen Artificial Life und Robotik. Was bedeutet Identität im Lichte einer "symmetrischen Anthropologie"?
Kurzbiographie:
Ute Hoffmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Sie hat sich bevorzugt als Grenzgängerin in den Schnittfeldern von Frauen- und Technikforschung, Medien- und Techniksoziologie betätigt. Mitglied der Projektgruppe Kulturraum Internet. Gegenwärtig beschäftigt sie sich u.a. mit der Informatisierung der Dinge.
Publikationen (Auswahl):
U. Hoffmann & J. B. Stamos-Kaschke, 1998: "Mission Impossible? User Meets Agent",
in: H. S. Nwana & D. Ndumu (Hg.): Proceedings of the Third International Conference on the Practical Application of Intelligent Agents and Multi-Agent-Technology. Blackpool: The Practical Application Company, 173-189. http://duplox.wz-berlin.de/docs/agents/
U. Hoffmann, 1997: "Die erträgliche Leichtigkeit des Seins. Subjektivität und Sozialität in der Netzwelt", in: G. G. Voß & H. J. Pongratz (Hg.): Subjektorientierte Soziologie. Karl Martin Bolte zum 70. Geburtstag. Leverkusen: Leske + Budrich, 95-125. http://duplox.wz-berlin.de/texte/ident/
U. Hoffmann (Hg.), 1997: Not Without a Body? Bodily Functions in Cyberspace. A Discussion With Barbara Becker, Kerstin Dautenhahn, Judith S. Donath, Gloria Mark, Christina Schachtner & Allucquère Rosanne Stone. WZB Discussion Paper FS II 97-107, Wissenschaftszentrum Berlin. http://duplox.wz-berlin.de/docs/panel/
S. Helmers, U. Hoffmann & J. Hofmann, 1998: Internet... the Final Frontier: eine Ethnographie. Schlußbericht des Projekts "Interaktionsraum Internet: Netzkultur und Netzwerkorganisation in offenen Datennetzen". WZB Discussion Paper FS II 98-112, Wissenschaftszentrum Berlin. http://duplox.wz-berlin.de/endbericht/
Verena Kuni
i.fiction. Entwürfe und Wirklichkeiten von Identität in den elektronischen Medien
Tagungskonzeption
Kurzbiographie:
Siehe
Publikationen zum Thema:
Siehe Publikationen zur
Ernst - D. Lantermann
Selbst und Sinne an der Netzschnittstelle
Da sitzt jemand vor dem Bildschirm und sendet und empfängt Informationen von anderen, die auch am Bildschirm sitzen und Informationen senden undempfangen - und interessierte Andere beobachten dieses Hin- und Her von Informationen und schaffen Identitätsprofile über diejenigen, die sich informieren und informiert werden. Die technischen Möglichkeiten dazu perfektioniert zu haben, ist das eigentlich Neue am Netz. Beim - nennen wir es kommunizieren - im Netz ist wirklich neu nur die Verarmung der personalen Authentizität der Informationen. Der handgeschriebene Brief, mag er noch so verlogen sein, hat ein sinnliches Pendant (Schriftbild), beim Telephonieren spricht die Sprachmelodie mit, beim direkten Gespräch der ganze Körper. Bei aller Möglichkeit zur Manipulation von Schrift, Stimme und Körperhaltung bleibt immer ein nicht-intendierter Rest als sinnlicher Aspekt an der Botschaft haften, der dem Empfänger Auskunft gibt über die (vermeintliche) Identität der Person hinter dem Brief, dem Telephonat, dem direkten Gespräch. Als Netzer gebe ich von mir nur das preis, was ich möchte (also Worte und Zeichen in maschinell erzeugter Schrift und Bildern) und weiß, daß der andere Netzer genauso verfährt. Da helfen auch keine beschwörenden Worte. Innerhalb dieses technischen Kontextes kann keine neue Identität behauptet werden, soviel man auch beteuern und damit spielen mag. Personale und soziale Identität stellt kein kognitives Konstrukt, keinen kognitiven Selbstentwurf dar, sondern ist geronnene Spur der Evidenzerfahrungen des Individuums in seiner fortwährenden Reibung mit der alle Sinne fordernden (imaginierten, realen, antizipierten, etc.) Wirklichkeit. Eher sind es die Rückenschmerzen oder die Schwielen am Arsch in Folge andauernder Netzgebräuche, die zu Identitätsveränderungen überleiten können, als die Spielchen mit wechselnden "Identitäten" an der Netzschnittstelle. Allerdings könnte es sein, daß durch die systematische Beobachtung, Analyse und Auswertung dieser Spielchen die gesellschaftliche Realität so weit verändert wird, daß wir uns in der Tat nach einer neuen Identität umsehen müssen, weil unsere alten auf die neuen Verhältnisse nicht mehr passen.
Kurzbiographie:
Ernst - D. Lantermann ist Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Gh Kassel.
Anders Turge Lehr
Avatar Cyberspace - leben in der zukunft
Schon seit Bestehen des Internets, gibt es in diesem Medium unterschiedliche Formen der Kommunikation. Was mit einfachen Mailbox-Systemen anfing, mit dem IRC weiterentwickelt wurde, geht jetzt in die dritte Dimension. Die Rede ist von Avatar Cyberspace.
Inspiriert von zahlreichen Science-Fiction Romanen, wie z.B Snow Crash von Neil Stephenson, entstehen seit ein paar Jahren, virtuelle Welten, die eine Kommunikation ermöglichen wie sie bisher noch nicht dagewesen ist. Das was das Telefon im 20. Jhd. An Errungenschaft gebracht hat wird Avatar Cyberspace im 21. Jhd. sein. Der Vortrag wird auf die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die sozio-kulturellen Gefahren und Probleme, des Avatar Cyberspace hinweisen und darüber hinaus Erfahrungen für ein Leben im 3d geben.
Kurzbiographie:
Anders Turge Lehr, Student der Digitalen Medien an der FH Kaiserslautern Standort Zweibrücken Gastkünstler im Projekt 0-to-1 and back again in der Schirn Frankfurt. Derzeitig am Projetk EduVerse von ActiveWorlds beteiligt. Ziel: virtuelle Universität erschaffen und interaktive Wissenssysteme integrieren. Workshop fürs Museum für Moderne Kunst Frankfurt. Ziel : Synergetischer Austausch mit Architekten, real und virtuelle Räume, Menschen-gerecht zu gestalten.
Wolfgang Neuhaus:
Vernetzung der Fiktionen. Die Bedeutung der Telematik für Kunst und Literatur
Das Netz ist eine feste Grösse künstlerischer Produktionsweisen geworden, sei es als Informationsmittel, sei es als Gegenstand und ›Ort‹ ihrer Reflexion. Man denke an die vielen Arbeiten auf dem Sektor der ›Netz.Kunst‹, aber auch an Versuche mit ›Interaktivität‹ in der Medienkunst oder -literatur. Das Netz ist dabei einerseits Medium der künstlerischen Arbeit und zugleich seine Botschaft. Der Vortrag möchte einen Schritt zurück gehen und nach dem imaginären ›Rohstoff‹ fragen, der dem Vernetzungsgedanken zugrunde liegt. Erste ›Netz‹-Visionen tauchen in der Science-Fiction-Literatur um 1960 auf. 1984 prägte William Gibson den Begriff des ›Cyberspace‹, der von anderen Autoren aufgegriffen worden ist.
Inwieweit zeichnen sich in dessen Materialien neue Formen einer ›Cyberidentität‹ ab? In welchem Verhältnis stehen Körpererfahrung, Imagination und technische Simulation? Der Performancekünstler Robert Adrian X beschreibt seine Erfahrungen mit dem Internet als ›Eindringen in ein neues Territorium‹. So wie die Fiktionalisierung sich durch die neuen Technologien verändert, so werden in den Arbeiten kulturelle Verhältnisse inhaltlich ›konfiguriert‹. Der Vortrag versucht, einen Überblick über diese Tendenzen zu geben.
(Abendvortrag)
Wolfgang Neuhaus
Das Subjekt der Maschine. Ein Versuch über "Techno-Logik" und Identität
Ich möchte das Thema "Konstituierung von Subjekt- und Identitätsbegriffen" im Zusammenhang neuer Technologien behandeln, indem ich kulturhistorisch auf die Beziehung von Denk- und Technikformen eingehe - insofern liegt mein Ansatz eher quer zu konkreten Praxis-Fragestellungen von heute. In welchem Sinn kann man einer Maschine Subjektcharakter zusprechen, und welche Möglichkeiten eröffnen Maschinen für die menschliche Kultur ? Ich beschäftige mich dazu kritisch mit älteren Schriften der Kybernetik-Diskussion und mit Texten des Technikphilosophen Gotthard Günther.
Kurzbiographie:
Wolfgang Neuhaus lebt als freier Autor in Berlin, "freischwebend" sozusagen, und interessiert sich für Technokultur, digitale Medien und - sowohl mit Spaß als auch mit Überdruß - für die Welten der Science Fiction.
Publikationen (Auswahl):
- (zus. mit P. Kempin) Das Bewußtsein der Netze. Globale Beziehungen, neue Identitäten und die technische Evolution, in: Ernst Kotzmann (Hg.): Technologische Kultur. Kulturphilosophische Aspekte im Werk Gotthard Günthers, München/Wien 1999 (im Web auf:
http://guenther.uni-klu.ac.at/kem_01wt.htm)
- STELARC - Die Konstruktion des Cyborg (und die Neubestimmung der Kunst), in: Neue Bildende Kunst 1, 1997 (in anderer Fassung auf: http://thing.at/springerpool/heft/07.html)
- "Escape while you can?" Das Gespenst des Posthumanismus, auf: Telepolis. Das Magazin der Netzkultur (http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2075/1.html)
- Am Nullpunkt der Posthumanität. Cyberpunk-Fragmente. Noch einmal: William Gibsons "Neuromancer", in: Wolfgang Jeschke (Hg.): Das Science Fiction - Jahrbuch 95, München 1995 (verändert unter: http://www.thing.de/hartmoderne/text/neu_gibson.htm)
Helene von Oldenburg:
SpiderBug. Browsing the Brain.
Die Entdeckung des sogenannten SpiderBugs bedeutet einen Durchbruch für die Grundlagenforschung der Arachnomantik. Diese neue Wissenschaft erforscht die biologische und kulturelle Evolution des Homo sapiens im Hinblick auf eine vernetzte Zukunft, sowie den Einfluß zukünftiger Arachnoiden auf diesen Prozeß. Zweifelsfrei läßt sich nachweisen, daß der heute allgemein dominierende Homo sapiens in der Zukunft von einer arachnoiden Spezies abgelöst wird. Umfassende Forschungen bestätigen eine hoch signifikante Präferenz für fast alle fädigen Konstruktionen wie Linien, Knoten oder Netze. Analysieren wir die Struktur dieser unserer Ideen und Erfindungen, so finden wir eine vernetzende Dynamik in nahezu allen Aspekten des Lebens, der Wissenschaft, Kunst oder Gesellschaft. Das menschliche Individuum wird demnach von netzstrukturierten Systemen gesteuert. Mit dem Nachweis des SpiderBugs als bestimmendes Agens einer arachnoid ausgerichteten Evolution wird es endlich möglich, die zugrundeliegenden organischen und psychischen Prozesse zu verstehen. Der Vortrag wird Probleme und Konsequenzen (Infektionsrate, Symptome, Strategien, etc.) im Umfeld des SpiderBug diskutieren.
(Abendvortrag)
Helene von Oldenburg
PostSubjects. Zukunftsaktive Identitätsmodelle?
Nicht nur körper, kommunikation oder alltag, auch die identität weitet sich aus ins digitale netz. Der durch diese unausweichliche vernetzung auftretende identitätskonflikt kann nur als postsubjektivistisch beschrieben werden. Als postsubjekt ist z.B. lara croft ein identitätserleichterndes und Identitätsschaffendes programm. Ob es sich allerdings bei der figur lara croft um ein brauchbares identitätsmodell für eine weitere und damit arachnoide zukunft handeln könnte, bleibt zweifelhaft. Zur entwicklung des "web-jects", des zukünftigen netzrelevanten identitätsbegriffs, sind jedenfalls andere parameter nötig.
Kurzbiographie:
Helene von Oldenburg,1985 Promotion "Zur Wirkung von Produktionstechnischen Maßnahmen auf Pflanze und Boden in Sommerweizen - Monokultur" an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Dr. agr.; 1991 Studium Freie Kunst bei Franz Erhardt Walther und Joseph Kosuth an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Diplom.
Mitglied von obn (Old Boys Network)
"The Mars Patent", zusammen mit Claudia Reiche
Ausstellungen/Publikationen:
1991 "Der Imaginale Ort IV", Kunsthalle Hamburg, 5. Kunsthistorikerinnentagung, Hamburg; 1993
"Nine Sculptures New York 1993", the thing, http://www.thing.net; 1994 "Information Molecules" a research project in futurology; 1996 "Spuren der Zukunft. Neue Wege der experminentellen Spinnenforschung." (Traces of Future. New Ways of Experimental Arachnology.), in: "Fernerkundung",
TheaLit, Übersee Museum Bremen; 1997 "SpiderFeminism", "1. cyberfeminist international", Hybrid Workspace, documenta X, Kassel, org. von: obn; 1998 "Arachnoide Produktion - Schnittstelle Zukunft", in: "Schnittstelle / Produktion", Shedhalle, Zürich, org. von: Ulrike Kremeier, Yvonne Volkart; "Neue Lebensformen im Netz", : informatica feminale, Bremen; "Feministische Aspekte der Experimentellen Spinnenkunde", in: netz.kunst, Institut für moderne Kunst Nürnberg, Jahrbuch '98 '99, Konzeption: Verena Kuni; 1999 "SpiderBug. Browsing the Brain." in: Next Cyberfeminist International Rotterdam, org. von: obn; "Spuren der Zukunft", Kunstverein Oldenburg; "From Spider- to Cyberfeminism and back", in: From Elsewhere to Cyberfeminism and Back - Institutional Modes of the Cyberworld, Marina Grzinic et al. (Eds.), Maribor; "SpiderBug", in: networking, 8. Internationale Performancekonferenz, Frankfurt/M.
Gunther Rehfeld
Wo ereignet sich Identität?
Ein Begriff, der die Beschreibung und Fragestellung der interfiction durchzieht, ist der der Identität. Die Problemstellung die sich um diesem Begriff sammelt, findet in einem ungesicherten technologischen Raum statt. Hier soll anhand von analogen Begriffsidentitäten der Begriff auf seine soziokulturellen Aspekte hin durchleuchtet werden. Ich fände es notwendig - im Gespräch - Begriffe wie Identität, Subjekt-Objekt, Technologie zu klären, ihnen eine Gruppenidentität zu geben, um dann fragend nach neuen Begriffen oder Formeln zu suchen, in denen sich diese Technologien formulieren.
Als Basis einer Auseinandersetzung bieten sich Ansätze aus Literatur und Film an (Welt am Draht, Cyber SF...). Insofern ist mein Ansatz nicht der einer Antwort, sondern der des Versuches genauer zu schauen (analog und digital), um sich ein Repertoire zu erarbeiten, auf dessen Grund man neue Formen der Kommunikation und Identitätsstiftung, insoweit dies möglich ist, in ihrem Werden 'identifizieren' zu können. Hier bieten sich eventuell 'andere', sprich differente Möglichkeiten der Formulierung an, als die, die von der Kulturindustrie (man entschuldige diesen altbackenen Begriff) propagiert werden. In der Auseinandersetzung mit den neuen Medien muß es heute darum gehen, hinter den pseudowissenschaftlichen Erklärungsversuchen der Trendforschung als verlängerter Arm der Werbung, die jeden kritischen Umgang mit alten und neuen Medien sofort hinter der virtuellen ökonomischen Verwertbarkeit von 'Communitys' oder 'Tribes' verschwinden läßt, neue Stukturen des Denkens aufzuspüren. Ein jedes Fragen beinhaltet der Frage vorläufige Antworten.
Kurzbiographie:
Gunther Rehfeld, geb. 1961, Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg 1987 -1992
(Dokumentarfilm, Medienökologie, Grafik), Freiberuflicher Grafiker (Print, CD, Web) 1990 - 1998; Professur für Medienkonzeption und Medienproduktion an der FH KL Standort Zweibrücken seit 1998.
Michaela Schweiger
Hausmeister
Selbstdefinition:Ich war nie gut in Physik. Eines der Unverständnisse im Physikunterricht, daß eine Feder und ein Stein in der gleichen Geschwindigkeit fallen, wurde mit den Kräften der Gravitation erklärt. Der (Selbst-)versuch zu Hause zeigte ein gänzlich anderes Ergebniss. Die Erklärung dazu leuchtete mir später ein: Die Erde ist ein Sonderfall. Mit deren Kräften( Luftwiderstand und Reibung) kämpfend fuhr ich nachdenklich nach Hause. Dem Alltäglichen des Sonderfall und seinen Benutzern gilt bis heute mein Interesse. So bin ich Hausmeister geworden im großen Glaspalast der Theorie. Hausmeister beschäftigen sich mit den alltäglichen Dingen, versuchen zu ergründen wieso der Ofen rußt. Dazu steigen sie in die Heizungsräume und liefern danach einen Bericht. Hausmeister erkennt man an den Kitteln und den schmutzigen Händen.
Workshop:
Der workshop könnte einen Hausmeister gebrauchen. Der muß dann mit den Fragen der Bewohner des Glaspalasts im Gepäck ins Netz. Wenn man schon nur einer ist, sollte man sich mit mehreren zusammentun. Damit verfügt die neu zu konstruierende Person über mehr Wissen, mehr Geschlechter, mehr kulturelle Hintergründe, mehr Geschichte und damit über mehr Möglichkeiten für die Zukunft im Netz. Kurz: Zu mehreren ist man den Anforderungen einer Person mit multipler Identität gewachsen. Ich schlage also vor, Fragen oder Thesen anhand von Beispielen aus dem Netz( z.B. Gesprächen aus dem chat oder Strukturen virtueller Städte z.B. www. cybertown.com) zu diskutieren, und anhand davon exemplarisch Identitäts-und Verhaltensmuster zu entwickeln.
Durch meinen (bisher mehrmonatigen) Selbstversuch im Netz stellen sich mir, direkt in den chats oder indirekt durch sie, folgende Fragen :
*Inwieweit ist Hybridität "erlernbar"? Wie weit dringt ein Identitätswechsel im Netz in die reale Identität vor? *Der Behauptung von multiplen Identitäten und der Überwindung von Körper und Geist im Netz steht das Schreckensgespenst des Identitätsverlust im realen Raum ( wenn man das als -ob des Spiels verläßt) gegenüber (z.B. Illegalität). Als Reaktion einer Auflösung der Bezugspunkte folgen oft gewaltätige Bewegungen des Protestes, die sich auf einer Skala von simpler Nostalgie bis zu mörderischem nationalen Fanatismus bewegen. Inwieweit kann also Existenz und Realität überhaupt vom Cyberspace verändert werden?
*Ist die Utopie der multiplen Identität eine Utopie einer intellektuellen Elite, die an den meisten "Realitäten" vorbeigeht: a/s/l, pls
*Was unterscheidet mich von einem Roboter im Netz? Als ich die Aufgabe hatte zu beweisen keiner zu sein, gelang mir dies mit Subjektivismen und der Tatsache, daß ich eine Geschichte habe. Was genau ist diese Identität, die zugunsten mehrerer aufgegeben werden soll?
Anmerkung:
Eine meiner Recherchequellen ist die virtuelle Stadt cybertown. Dort ist eine Utopie verwirklicht. Man wird für seine Existenz bezahlt. Ne travail jamais.
Kurzbiographie:
Michaela Schweiger ist Künstlerin und lebt in Berlin. Arbeitet über Kommunikationsformen und dem Verhältniss von Bild und Sprache. Betreibt momentan eine Recherche über "reflexive Kommunikation" im Internet. Ist unter den nicknames: B-star* hope* Zorra im Netz anzutreffen.
Barbara Strebel
Mediales Rollenspiel
ok i can make a ruff draft for the idea but do not know what else is planned / covered and would not like to double, as there are normaly the usual suspects working with in our know networks. basically for category : Mediales Rollenspiel.
a spectrum of artists/ activist working in diverse medium, addressing identity, reinvention of identity / renewal , spectacle or anti -spectacle, all recent works (1999), think i should limit to list:
- RTmark ( the collective corporate model /** net / Video )
- irational ( _identity switcher_ bunting & olia / ** net )
- Mongrel ( a program photoshop-like to alter ethnicity as in using filters in menu / ** video footage of a presentation- might be able to get the program)
- CHRIST ( statue in Trefalger square ; religious iconography, identity renewal- remake ,archeotype in public spaces/ ** Video and print media/newspaper)
- Luther Blissett
- and some less known flooks (** net / books)
Barbara Strebel ist Künstlerin und Vermittlerin im Bereich elektronische Medien, u. a. kuratierte sie Programme für Video- und Medienfestivals wie Viper und betreibt den Schweizer Knoten des Kunst-Netzwerks The Thing, TT Basel.
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Kontakt und Information:
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interfiction
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Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest Filmladen Kassel e.V. z. Hd. Gerhard Wissner / Wieland Höhne Goethestr. 31 D-34119 Kassel T.: 0049-(0)561-70764-0 F.: 0049-(0)561-70764-41 dokfest@filmladen.de
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Siehe auch:
interfiction VII: - 2000
inter-fictions@home
inter-fictions@home inter-fictions@home
daheim im netzwerk. utopien und realitäten 'virtueller gemeinschaften'
(Auf diesen Seiten!)
Weitere Hintergrund- und Programminformationen zum
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest unter der offiziellen
Festivalhomepage des Filmladens Kassel e.V.
(Öffnet in einem eigenen Browser-Fenster!)
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© verena kuni 1999