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M(n)… Eine Stadt sucht ihr(e) Bild(er) – Imagi(ni)ng the Multimodal City

Vortrag | Lecture
Konferenz | Conference "The Multimodal City", Urban Space Research Network (USRN) Symposium 2014, Universität Heidelberg, 23.-24.10.2014 | October 23-24, 2014

Was Stadt ist und was Stadt ausmacht, spiegelt sich in ihrem Bild – einem Bild, das sie ihrerseits erst konstituiert. Es ist ein Bild, das eins und viele ist, abstrakt und konkret zugleich; in ihm greifen mentale und physische Repräsentationen, individuelle und kollektive Vorstellungen und Wahrnehmungen, Imaginationen und Images auf vielfältige Weise ineinander. Nicht zuletzt ist seine Konfiguration das Ergebnis von Kommunikations- und Aushandlungsprozessen, die in einem komplexen Koordinatensystem von sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Kräften statt haben, es in Raum und Zeit dynamisch generieren. Und doch gibt es eine dieser Dynamik entgegen stehende und sie teils überlagernde, teils überblendende Statik jenes tradierten Bildes von Stadt, das sich bis heute in der historisch überlieferten Figur der Vedute, einer geschlossenen Silhouette beziehungsweise der "Skyline" kristallisiert.

Dass dieses alte Bild, in dem Bau und Überbau einer hierarchischen Ordnung des Urbanen in Eins gezeichnet sind, wenig an Wirkmacht verloren hat, zeigt sich nicht nur in der Rede von Zentrum und Peripherie, die zur gegenwärtigen Realität der multimodalen und multinodalen Stadt in merkwürdigem Widerspruch zu stehen scheint. Sondern durchaus auch in den mehr oder weniger feinen Unterschieden zwischen den Nutzungsoptionen und -konditionen, die für die für die jeweiligen Segmente des urbanen Raums zur Verfügung stehen, sowie in den diesen entsprechenden Wahrnehmungen, Repräsentationen, Gestaltungs- und Zeichenpraktiken.

Anders gesagt: Nicht allein im Fortleben scheinbar überlebter Bildtraditionen, sondern auch in zunächst zeitgemäßer anmutenden Bildern der Stadt lassen sich Muster aufspüren, die darauf hinweisen, dass die multimodale Stadt keineswegs zwangsläufig als multinodal begriffen wird und dass eine Vielfalt der Perspektiven – anders, als dies manche Rede von neuer Urbanität glauben machen möchte – auch keineswegs zu einer Auflösung hierarchischer Wahrnehmungs- und Repräsentationsschemata führt.
Alles dies bedeutet jedoch nicht, dass neue Gestaltungs- und Zeichenpraktiken nicht ebenso neue Wahrnehmungen und Repräsentationen von Stadt hervorbringen könnten, die sowohl als Zeugen wie auch als Impulsgeber und Generatoren alternativer Konfigurationen eine entsprechende Wirkmacht zu entfalten vermögen.

Vielmehr sollte eine weiterführende Reflexion der Gemengelage dazu Anlass geben, die Stadt auf der Suche nach ihrem Bild beziehungsweise ihren Bildern aktiv zu begleiten und in diesem Zuge auch danach zu fragen, welche Optionen für eine Analyse, Darstellung und Vermittlung dieses Prozesses zur Verfügung stehen.

Hintergrundinformationen | Background Information:

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projekte: DATEN & DISPLAYS, Bilder und/als Benutzeroberflächen, (UN)SICHTBARE STADT, MEDIOLOGIEN

dachprojekt: MEDIOLOGIEN

tags: alltagskultur, architecture, architektur, art & public, bild & imagination, city, communication, design, displays, everyday cultures, image & imagination, invisibility, kommunikation, kunst & öffentlichkeit, material culture, materielle kultur, media, medien, mobilität, mobility, net cultures, netzkulturen, ort, orte & räume, place, raum, repräsentation, representation, space, spaces & places, stadt, topographien, topographies, topologien, topologies, unsichtbarkeit, urban cultures, urban landscapes, urbane kulturen, urbane landschaften, urbanism, urbanismus, vermittlung, visual culture, visuelle kultur

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