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Nachhaltigkeit. Perspektiven der Kunst

Vortrag | Lecture
GRADE Sustain Lecture Series, Goethe Universität Frankfurt am Main, Jan 17, 2017 | 17.01.2017

Vita brevis, Ars Longa? Zwar mag man Kunst schon deshalb mit Nachhaltigkeit assoziieren, weil sie unser kulturelles Gedächtnis repräsentiert, vergegenwärtigt und für künftige Generationen bewahrt. Wer sich für zukunftsweisende Konzepte und praxisorientierte Strategien interessiert, die auf eine nachhaltige Entwicklung abzielen, wird indessen wohl kaum den Weg ins nächstgelegene Museum einschlagen. Vielmehr sind es allen voran und aus guten Gründen die Wissenschaft und die Technologie, auf die wir setzen, wann immer es darum geht, Antworten auf die Fragen und Probleme der Gegenwart und der Zukunft zu finden.

Allerdings haben sich – aus nicht weniger guten Gründen – inzwischen auch Zweifel an jenen Denkmodellen und -strukturen sowie den aus diesen resultierenden Handlungsmustern eingestellt, auf denen ein Gutteil unseres Fortschrittsglaubens basiert. Zugleich fällt es offenkundig schwer, hieraus entsprechende Neuorientierungen abzuleiten. Obwohl wir beispielsweise längst wissen, dass zahlreiche der derzeit noch intensiv genutzten natürlichen Ressourcen ebenso endlich sind wie das Wachstum, gilt der Wachstumsgedanke nach wie vor als ökonomische Leitfigur, für die im Zweifelsfall auch ökologische Rücksichten zu opfern sind. Wandel und Transformation hingegen – die auch aus lebens- und technikwissenschaftlicher Perspektive zu den Triebkräften jeglicher Entwicklung gerechnet werden – stellen Herausforderungen für das Denken und das Handeln dar, denen sich der Mensch keineswegs immer so bereitwillig öffnet, wie es seinen Möglichkeiten entsprechen würde.

Genau an dieser Stelle lässt sich das Potenzial einer Kunst verorten, die sich spätestens seit der Moderne immer auch als Experimentalkultur begreift, zu deren Aufgaben es gehört, aus der Reflektion der Vergangenheit und der Analyse der Gegenwart heraus neue Perspektiven zu entwickeln – und sie dabei nicht nur zu denken, sondern auch in konkreten Entwürfen und Modellen anschaulich und damit begreifbar zu machen.

Besonders interessant dürften dabei solche Ansätze sein, die sich in inter- und transdiziplinärer Orientierung ihrerseits mit jenen Modellen befassen, wie sie in den angewandten Lebens- und Technikwissenschaften, aber auch in den Gesellschaftswissenschaften und der Ökonomie erarbeitet werden. Am Beispiel ausgewählter Projekte aus diesem Feld wird der Vortrag danach fragen, welchen Beitrag die Kunst zur Nachhaltigkeit leisten kann.

projekte: (UN)SICHTBARE STADT, Kulturen der Nachhaltigkeit, TechnoNaturKulturen, Urbane Biotope : Biotop Stadt

dachprojekt: (UN)SICHTBARE STADT

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