2026-04-21
Die Website MTA-Schule-Marburg war bis zum Ruhestand des Schulleiters Prof. Dr. Horst Kuni 2003, der auch ihr Webmaster war, der offizielle Internetauftritt der MTA-Schule Marburg.
Aus Anlass der Todesfalls der hauptamtlichen Lehrassistentin für Funktionsdiagnostik Frau Anneliese Schütt am 25.03.2026 (Quelle: Oberhessische Presse vom 18.04.2026, S. 39) wurden die Dateien überarbeitet (z.B. mit dem Hinweis, wenn ein Lehrgebäude inzwischen abgerissen wurde). Da der Grund für den Relaunch die Geschichte ist, wurden historisch irrelevante Inhalte entfernt. Außerdem wurden Schreibfehler korrigiert und externe Links aktualisiert.
Schließlich wurde die Domain mta-schule-mr-2003.info fuer den Relaunch reserviert01.
Die aktuelle Website der MTA-Schule Marburg finden Sie hier02. Dort wird statt MTA natürlich die heutige Berufsbezeichnung 'Medizinische Technologie' verwendet.
Letzte Überprüfung: 2026-04-21
01 https://mta-schule-mr-2003.info/ | www.kuni.org/to/msfRr
02 https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_sta/index.html | www.kuni.org/to/mc6Rr
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2026-03-08
Warum melden?
Weil Sie anonym bleiben, die Täter (es sind i.d.R. Männer) über ihre Wirkungsstätte jedoch kenntlich machen können. Damit warnen Sie andere, dort eine fachärztliche Weiterbildung zu beginnen. Wie Umfragen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgedeckt haben, ist Sexismus während der Weiterbildung häufig01.
Denn sind Betroffene bereits in der fachärztlichen Weiterbildung, können sie nicht mehr, auch nicht anonym, die Klinik/Abteilung benennen, um andere zu warnen. Denn die Täter wissen natürlich, wer bei der überschauberen Zahl von Weiterzubildenden die Hinweise gegeben haben könnte. Das ist dann nicht nur das Ende der Weiterbildung an dieser Klinik, sondern bei einer Vernetzung von Klinik-Chefs praktisch das Ende der Weiterbildung überhaupt.
Wem melden?
Dem Landesverband der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, dessen Mitglied sie wohl schon sind oder es aus diesem Anlass werden. Aber auch ohne eine Mitgliedschaft beim MB helfen Sie damit Ärztinnen in der Weiterbildung.
Vor allem sollten Sie im Portal PJ-Ranking.de einen Beitrag dazu veröffentlichen. Dort ist Ihre Anonymität gewahrt; sie können aber die Klinik benennen und ggf. auch die Hierarchiebene des Täters. In diesem Portal orientieren sich viele Studierende vor einem Tertial über die Arbeitsbedingungen, die sie erwarten.
Letzte Überprüfung: 2026-03-08
01 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2921036#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/ZxpRr
2026-02-25, aktualisiert: 2026-04-24
In einem früheren Beitrag haben wir 2024 Berichte aus PJ-Ranking über Seximus zusammengestellt.01. Wer sie durchsieht, muss sich fragen, warum es aus der ärztlichen Weiterbildung und Berufstätigkeit keine vergleichbaren Meldungen gab und gibt.
Der Landesverband Hamburg hat zur Beantwortung dieser Frage mit einem verstörenden Befund beigetragen: Die Hierarchie in Kliniken ist so ausgeprägt, eine Anonymisierung wegen des abgegrenzten Personenkreises de facto unmöglich und die Abhängigkeit von den Vorgesetzten vor allem während der Weiterbildung so groß, dass jede individuelle Äußerung über einen Missstand wie einen sexistischen Übergriff das berufliche Aus bedeutet. Umso wichtiger, dass nun in Hamburg das von den Umständen erzwungene Schweigen durchbrochen worden ist. Nach vertraulichen Hilfeersuchen Betroffener wurden durch eine anonymisierte Befragung erschreckende Missstände mit einer Pressemitteilung02 aufgedeckt und die Umfrageergebnisse03 publiziert.
Das veranlasste den MB-Landesverband Bayern zu einer eigenen "Blitzumfrage"04, die vergleichbaren Machtmissbrauch und Sexismus aufdeckte05.
Der MB-Landesverband Saarland hat eine "Bildergalerie" unter dem Motto "Wir dachten, wir wären schon weiter", die Machtmissbrauch und Sexismus in der Medizin anprangert06.
Inzwischen liegen such die Ergebnisse einer Befragung durch den Landesverband Sachsen des MB vor. Sie decken sich mit denen aus den anderen Landesverbänden07.
Der Bundesverband des MB hatte eine bundesweite Befragung aufgelegt, wie die bisherigen Umfragen der Landesverbände auf vertraulicher Basis. Inzwischen liegen die Ergebnisse dieser Umfrage vor. Auf bedrückende Weise bestätigen sie das bisherige Bild über die Landesgrenzen der bisherigen Umfragen hinweg08.
Drei Viertel der Betroffenen melden die erlebten Vorfälle nicht (74 %): Es gibt vor allem Zweifel an der Wirksamkeit von Konsequenzen (82 %) und Sorge vor beruflichen Nachteilen (61 %). Auch der Mangel an vertraulichen oder anonymen Meldewegen (53 %) und das Vermeiden einer Eskalation (51 %) werden häufig als Gründe genannt. Das unterstreicht die Wichtigkeit unsere Bitte an die Medizinstudierenden im praktischen Jahr im folgenden Absatz.
Alle Medizinstudierenden im praktischen Jahr (PJ) werden gebeten, weiterhin im Portal PJ-Ranking09 über Sexismus in der Medizin zu berichten und dabei wie bisher "Ross und Reiter zu nennen". Wir greifen das dann auf und ordnen die Berichte in unseren Webseiten "Aufwandsentschädigung im PJ"10 und "Positivlisten Krankenhaus mit Kita"11 den entsprechenden Kliniken zu.
Letzte Überprüfung: 2026-04-24
01 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2920905#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/ZmyRr
02 https://www.marburger-bund.de/hamburg/pressemitte
ilung/erschreckende-ergebnisse-der-mb-mitgliederu
mfrage-unter-aerztinnen-und | www.kuni.org/to/ZsZRr
03 https://www.marburger-bund.de/sites/default/files
/files/2025-09/Ergebnis%20der%20MB-Mitgliederumfr
age%20-%20Grafische%20Darstellung_1.pdf | www.kuni.org/to/ZcmRr
04 https://www.marburger-bund.de/bayern/meldungen/um
frage-zeigt-machtmissbrauch-diskriminierung-und-i
ntransparenz-kliniken | www.kuni.org/to/ZRTRr
05 https://www.marburger-bund.de/sites/default/files
/files/2025-10/251010_MB%20Umfrage%20F%C3%BChrung
skultur_Auswertung.pdf | www.kuni.org/to/ZQwRr
06 https://www.marburger-bund.de/saarland/sexismus | www.kuni.org/to/ZhfRr
07 http://www.marburger-bund.de/sites/default/files/
files/2026-04/Gesamtauswertung%20%E2%80%93%20MB-B
efragung-2026%20%E2%80%93%20Sachsen.pdf | www.kuni.org/to/mTLRr
08 https://www.marburger-bund.de/bundesverband/press
emitteilung/machtmissbrauch-und-sexuelle-belaesti
gung | www.kuni.org/to/mWZRr
09 https://www.pj-ranking.de/ | www.kuni.org/to/n8Lb
10 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/396#einzelbe
itrag | www.kuni.org/to/BwdR6
11 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/85#einzelbei
trag | www.kuni.org/to/MZQR6
2025-12-23
Wer einen Verbrenner fährt oder die Ölheizung noch nicht durch eine Wärmepumpe ersetzt hat, muss jetzt stark sein: Mehrere Studien sehen im Stickstoffdioxid (NO2, entsteht typisch durch Verbrennen von Dieselöl) einen Verursacher von Brustkrebs: Stickstoffdioxid wird eine Östrogen-Wirksamkeit zugeschrieben, also eine Wirkung wie weibliches Geschlechtshormon. Als ein Beleg für eine Kausalität wird gewertet, dass ein Mammakarzinom unter einer Belastung mit Stickstoffdioxid häufiger in einem 'window of susceptibility (WOS)', also einem 'Zeitfenster der Empfänglichkeit' vermehrt auftritt:
Eine französische Metastudie wertet die Ergebnisse von 22 Studien zum Effekt von NO2 aus und berücksichtigt in der Bilanz den 'publication bias' ('erwartbare', 'langweilige' und 'andere Publikationen bestätigende Befunde' werden nicht zur Publikation eingereicht oder von Zeitschriften nicht angenommen): Sie finden einen statistisch signifikanten Effekt des NO2 von 1,023 (1,005, 1,041) pro zusätzliche 10 μg/m3 und berechnen die Anzahl in Frankreich vermeidbarer Brustkrebserkrankungen bei einer Absenkung der Luftverschmutzung durch NO202.
Also ein Grund mehr,
Letzte Überprüfung: 2025-12-23
01 https://doi.org/10.1016/j.envint.2025.109966 | www.kuni.org/to/YNPRr
02 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC81536
92/ | www.kuni.org/to/YtSRr
2025-09-06
Im Neues-Blog wurden zum Thema 'Gesundheitliche Schäden durch Atomanlagen'01– schon einige Beiträge veröffentlicht, zuletzt in 'Frage an Radio Eriwan: Atomkraft – ja bitte?'02.
Im Wirtschaftsteil der ZEIT N° 45 vom 4.11.2021, S. 27 hatte die Autorin Petra Pinzler erklärt, Atomkraftwerke rechneten sich ökonomisch nicht und behinderten den Ausbau grüner Energie. Die Atomkraft sei keine nebenwirkungsfreie Energiewundertechnologie. Zudem koste eine Kilowattstunde Atomstrom 13 - 20 Cent (ohne Versicherung und Entsorgung).
Vier Jahre später wird sie von EnBW implizit bestätigt. EnBW (EnBW Energie Baden-Württemberg AG) hatte drei Atomkraftwerke (AKW; im Schöndeutsch der Betreiber und Befürworter Kernkraftwerke) betrieben: Bis 2005 in Obrigheim (Entsorgung des Wärmemülls: Neckar), bis 2011 in Philippsburg (Entsorgung des Wärmemülls: Rhein) und bis zum 15.04.2023 in Neckarwestheim (Entsorgung des Wärmemülls: Neckar). EnBW kennt also aus eigener Erfahrung Kosten und Nutzen. Im Beitrag 'Mehr Kosten als Nutzen: Drei Gründe, warum Atomkraft keine wirtschaftliche Alternative ist' bezieht EnBW nun Stellung zu der Forderung, wieder AKW zu bauen oder abgeschaltete wieder in Betrieb zu nehmen03. Wir zitieren folgende Argumente:
Schließlich geht EnBW noch auf die von Befürwortern der AKW-Technik immer wieder diskutierten Small Modular Reactors (SMRs), also kleinere und modular konzipierte Atomkraftwerke, ein:
Diese Technologie sei 'weder neu noch (energie)wirtschaftlich derzeit attraktiv'. Die Bauzeiten seien lang einschließlich der bei den großen AKW bisher üblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Die Strompreise schätzt EnBW auf 21 bis 58 Cent pro kWh.
Die niedrigsten Erzeugungskosten für Strom erziele Photovoltaik mit 4,1 bis 14,1 Cent pro kWh.
Letzte Überprüfung: 2025-09-06
01 https://www.kuni.org/h/neues/thema/oekologie-und-
zukunftssicherung/gesundheitliche-schaeden-durch-
atomanlagen | www.kuni.org/to/h4TRr
02 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2883151#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/hMwRr
03 https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschu
tz/kernkraft-kosten.html | www.kuni.org/to/hpfRr
2025-07-25, aktualisiert: 2026-02-20
Zu dieser Frage gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen einer Klinik und ihren Angestellten, z. B. Oberärztinnen und Oberärzten. So hatte eine Klinik in Niedersachsen im Bereitschaftdienst eine Zeitvorgabe von 30 Minuten gesetzt. Dagegen hat der Marburger Bund Lv Niedersachsen erfolgeich geklagt01:
Bei einer Zeitvorgabe von 30 Minuten sei der Arbeitnehmer faktisch gezwungen ist, sich in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes aufzuhalten, um die Arbeit bei Bedarf fristgerecht aufnehmen zu können; zumal er nicht nur in der Klinik ankommen müsse, sondern innerhalb der Zeitvorgabe am Patienten verfügbar sein solle, was vorherige Umkleide- und Wegezeiten somit miteinschließe… Mit dieser Eintreffzeit habe der Arbeitgeber die örtliche Beschränkung, wie sie für den Normal- und Bereitschaftsdienst typisch sind, lediglich durch den Faktor Zeit ersetzt.
Wir gratulieren der Rechtsanwältin Sarah Steenken vom Marburger Bund Lv Niedersachsen zu ihrem Erfolg; auch wenn der Arbeitgeber in Berufung gegangen ist.
Nachtrag: Inzwischen hat das Landesarbeitsgericht Niedersachsen in zweiter Instanz das erstinstanzlicht Urteil bestätigt02!
Letzte Überprüfung: 2026-02-20
01 https://www.marburger-bund.de/niedersachsen/press
emitteilung/marburger-bund-erwirkt-urteil-zur-ruf
bereitschaft | www.kuni.org/to/3h9Rr
02 https://www.marburger-bund.de/niedersachsen/pr
essemitteilung/klinik-scheitert-mit-30-minuten
-regel | www.kuni.org/to/ZzMRr
2024-12-19
Mit dem neunundzwanzigsten Gesetz zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (29. BAföGÄndG) ist die PJ-Aufwandsentschädigung vom bisher 812 € auf jetzt 855 € angehoben worden 01.
Die Änderung ist die Summe aus der Anhebung für den "Grundbedarf" vom 452 € auf 475 € und der "Wohnpauschale" von 360 € auf 380 €.
Aus diesem Anlass möchten wir an die erhebliche Differenz zur Forderung des Deutschen Ärztetages nach einer Aufwandsentschädigung in Höhe eines Referendariatsgehaltes erinnern (Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages 2005(!), S. 48).02. Dieses ist vom Bundesland abhängig. Eine Tabelle hat z. B. die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bereitgestellt, die eine Anhebung für überfällig bezeichnet.03
Letzte Überprüfung: 2024-12-19
01 https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/249/VO.h
tml | www.kuni.org/to/FQfRP
02 https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_
upload/_old-files/downloads/Beschluesse108.pdf | www.kuni.org/to/nMwRQ
03 https://www.gew.de/vorbereitungsdienst/bezahlung-
im-vorbereitungsdienst | www.kuni.org/to/nS7RQ
2024-03-21
Für das praktische Jahr für Medizinstudierende (PJ) gibt es eine in der Approbationsordnung festgelegte maximale Aufwandsentschädigung vom 812 €; unverändert seit dem 1.08.2022(!)01. Bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5h errechnet sich ein Stundenlohn von nur 5,27 €! Dieser krasse Wert, der an sich schon eine Ausbeutung signalisiert, wird in vielen Kliniken noch dadurch unterboten, dass im Extremfall nur ein kostenloses Mittagessen auf der Habenseite steht. Diese Verhältnisse werden dadurch gerechtfertigt, dass im PJ nicht die Arbeit im Vordergrund stünde, sondern die Ausbildung. Wer das glaubt, hat die Berichte der Studierenden in PJ-Bewertungsprotal PJ-Ranking02 nicht gelesen. In unseren Listen 'Aufwandsentschädigung im PJ'03 gibt es einen Überblick zum Notenspektrum der Bewertungen.
Die Bewertungen sind vor allem für die Universitätskliniken immer wieder verheerend. Das ist der Grund, warum Sie zu diesem Thema bilanzierende Beiträge lesen können, wie 'Gibt es was Neues im Ausbeutungstrainingslager PJ'04 und 'Frage an Radio Eriwan: Höhere PJ-Aufwandsentschädigung, niedrigere Qualität?05'
Es finden sich darüber hinaus Berichte der Studierenden, in denen explizit eine als krass wahrgenommene Ausbeutung geschildert werden. Zitiert werden hier Berichte, wenn der Berichtszeitraum (Ende des Tertials) drei Jahre und weniger zurück liegt. Die betroffenen Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser werden mit dem Symbol
gekennzeichnet.
Anmerkung: Gegen Ende 2024 ist der maximale Betrag um 2,8 % auf 855 € angehoben worden06, was natürlich die Aussage dieses Beitrags nicht ändert.
Letzte Überprüfung: 2025-03-29
01 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2920321#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/6WSRP
02 https://www.pj-ranking.de/ | www.kuni.org/to/n8Lb
03 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/396#einzelbe
itrag | www.kuni.org/to/BwdR6
04 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2882521#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/zztRP
05 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/334#einzelbe
itrag | www.kuni.org/to/wv6RC
06 https://www.kuni.org/h/neues/beitrag/2920970#einz
elbeitrag | www.kuni.org/to/B2MRr
2024-02-06, aktualisiert: 2026-05-04
"Auch das noch! Chirurginnen werden knapp" titelte die ZEIT No 6 vom 1. Februar 2024 S. 28. und zitiert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (dvmd): Es herrsche eine hohe Arbeitsbelastung, gepaart mit einem "misogynen und sexistischen Klima" und "längst überholten Rollenbildern", nachzulesen im "Berufsmonitoring Medizinstudierende 2022 – Ergebnisse einer bundesweiten Befragung (durch die Universität Trier) (Stand: 31.12.2023, PDF mit 8.3 MB).01
Besonders abschreckend scheint sich das Pflichttertial Chirurgie im Praktischen Jahr (PJ) auszuwirken: Die Option, chirurgisch tätig zu werden, zu Beginn des Medizinstudiums immerhin von 35% genannt, schmilzt nach dem PJ in diesem Fach auf nur noch 19%!
Das war ein Anlass, in PJ-Ranking.de nach Berichten über Sexismus und Frauenfeindlichkeit zu suchen. Zitiert werden Berichte, wenn der Berichtszeitraum (Ende des Tertials) drei Jahre und weniger zurück liegt.
So überschaubar die folgende Liste ist, jede Erfahrung mit Sexismus ist eine zu viel! Deshalb werden in den Listen "Aufwandsentschädigung im PJ" die betroffenen Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser mit dem Symbol
gekennzeichnet.
Letzte Überprüfung: 2024-02-25
01 https://www.kbv.de/media/sp/Berufsmonitoring_Medi
zinstudierende_2022.pdf | www.kuni.org/to/n4VRP
2023-12-22
Die biografischen Daten sowie die Tätigkeiten seines Ehrenmitglieds für die Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Landesverband Hessen (MB Hessen), hat ein Beitrag des MB Hessen in vollem Unfang gewürdigt01
Mit Dr. Wolfgang Furch habe ich mehr als zwei Jahrzehnte im geschäftsführenden Vorstand und Landesverbandsvorstand der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Landesverband Hessen (MB Hessen) zusammengearbeitet. Zu den vielen gemeinsamen Stunden kamen noch weitere Stunden mit Vorbereitungen auf die Delegiertenversammlungen der Ländesärztekammer Hessen. Ich möchte deshalb mit diesem Nekrolog meine persönlichen Eindrücke und Erinnerungen schildern.
Furch war überzeugend stark und aktiv mit seinem Glauben verbunden:
Schon 1960 arbeitete er fünf Jahre als Diakon (Mitglied des Kirchenvorstands) in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der er auch später weiter aktiv verbunden geblieben ist.
Eine Artikelserie in einer kirchlichen Zeitung zur "Abtreibung im Urteil eines christlichen Arztes" 1979 führte zu einem starken Leserbriefecho und ein Jahr später zur Gründung der "Freikirchlichen Initiative für das Leben – pro vita", heute PROVITA Stiftung02.
Die Mitveranstaltung eines Seminars zur In-vitro-Fertilisation (IVF) mündete in die Herausgabe des Seminarberichts "Es wird ein Mensch gemacht…". Ein weiteres Buch aus persönlicher Betroffenheit eines Gynäkologen mit der Problematik der Abtreibung trug den Titel "Abtreiben – eine Lösung?" (Alle Bücher Furchs stehen noch in Bibliotheken oder antiquarisch zur Verfügung03)
1986 hatte ich veranlasst, dass der MB Hessen seinen Vorsitzenden zum 50. Geburtstag mit einem Symposium in der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung Bad Nauheim zu diesem Thema ehrte. Damals war auch der Vorsitzende des MB Bundesverbands Jörg-Dietrich Hoppe04 unser Gast.
Die Beschäftigung Furchs mit medizinischer Ethik spiegelt sich auch in zahlreichen Redebeiträgen zu Themen wie Abtreibung, Euthanasie, Berufsordnung und in-vitro-Fertilisation (IVF) auf den Deutschen Ärztetagen und nicht zuletzt in den beiden Teilen eines Beitrags "Medizinische Ethik weltweit in Gefahr" im Deutschen Ärzteblatt wider05 und 06.
Was für eine Gesellschaft, in der Frauen fürchten müssen, so alleine gelassen zu werden, dass sie über einen Abbruch der Schwangerschaft nachdenken oder sich sogar psychisch dazu genötigt sehen?
Das Bild wäre unvollständig ohne die Erwähnung seiner Tätigkeit im Umweltschutz als Mitglied des Deutschen Bundes für Vogelschutz mit Anlage eines großen Amphibien- und Libellenteichs, Überwachung des Naturschutzgebiets "Salzwiesen von Wisselsheim", Kauf von Grundstücken für Zwecke des Naturschutzes und Erschließung neuer Biotope07.
Unvergessen seine tiefe Erschütterung, als wir gemeinsam im WWW das Bild eines von Ölpest geschädigten Vogels betrachteten.
Was für eine Gesellschaft, die das Gebot der 'Wirtschaftlichkeit' hindert, einen Lastkraftwagen so zu sichern, dass niemand überfahren werden kann. Der jähe Tod Wolfgang Furchs, nachdem er im Rollstuhl auf einem Zebrastreifen vor den Augen seiner Gattin von einem Lkw überfahren wurde08, schneidet mir ins Herz.
Letzte Überprüfung: 2023-12-22
01 https://www.marburger-bund.de/hessen/meldungen/mb
-hessen-trauert-um-ehrenmitglied | www.kuni.org/to/7xFRP
02 https://www.provita-stiftung.de/ | www.kuni.org/to/7PtRP
03 https://www.justbooks.de/search/?lang=de&mode=bas
ic&destination=de&st=sr&author=Furch%2C+Wolfgang | www.kuni.org/to/WBRRP
04 https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg-Dietrich_
Hoppe | www.kuni.org/to/WnbRP
05 https://www.aerzteblatt.de/archiv/178159/Medizini
sche-Ethik-weltweit-in-Gefahr | www.kuni.org/to/WxBRP
06 https://www.aerzteblatt.de/archiv/178137/Medizini
sche-Ethik-weltweit-in-Gefahr-(Fortsetzung-aus-He
ft-51-und-Schluss) | www.kuni.org/to/WPMRP
07 https://natureg.hessen.de/resources/recherche/Sch
utzgebiete/RPDA/M_PLAN/4039.pdf | www.kuni.org/to/WfXRP
08 https://www.hessenschau.de/panorama/toedlicher-un
fall-in-bad-nauheim-rollstuhlfahrer-auf-zebrastre
ifen-von-lkw-erfasst-v1,kurz-lkw-rollstuhlfahrer-
100.html | www.kuni.org/to/Wv3RP
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