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Ursula Döbereiner & Thomas Rehnert: Werkzeuge der Visualisierung – Werkzeuge der Imagination

Workshop:Forum Visuelle Kultur
Interdisziplinäre Studiengruppe WerkzeugWissen – WissensWerkzeuge
SoSe 2016

WERZEUGE DER VISUALISIERUNG – WERKZEUGE DER IMAGINATION
Werkstattgespräch und Workshop mit Ursula Döbereiner & Thomas Rehnert

Ein experimenteller Workshop, der Imaginationsräume und Visualisierungsmöglichkeiten mittels Sampling, Feedback- und Zufallsprozessen klanglich, motorisch und zeichnerisch erforscht.

Donnerstag, 14. Juli 2016 – 10-17 Uhr
Institut für Kunstpädagogik | Sophienstr. 1-3 | Frankfurt am Main | Raum 206

Welche Werkzeuge der Visualisierung und welche Werkzeuge der Imagination finden in der zeitgenössischen Kunstproduktion Verwendung und an welchen Schnittstellen von Imagination und Visualisierung verorten sie sich? Künstlerische Standpunkte und Arbeitsweisen eröffnen erhellende Perspektiven auf diese Fragestellung und laden dazu ein, sie im Dialog zwischen Praxis und Theorie weiterführend zu diskutieren.

Thomas Rehnert (*1960) schafft mit seinen Klang- und Zeichenmaschinen Räume der Imagination und erzeugt Zeichnungen und Notationen – maschinale Visualisierungen – einer künstlichen Klangwelt. Ursula Döbereiner (*1963) überlagert, verdichtet und schichtet in ihren multimedialen Zeichnungen, Animationen und Installationen aufgenommene Eindrücke und erzeugt damit eine Interferenz von Visualisierung und Imagination.

Auch in ihrer gemeinsamen Arbeit bewegen sich Döbereiner und Rehnert auf einem multimedialen Experimentierfeld, das Formen der Imagination und Visualisierung künstlerisch verhandelt. Den Schnittpunkt bilden die freie Improvisation mit maschinengenerierter Musik und das Ausloten von Möglichkeiten der Klangproduktion, -schichtung und Verfahrensweisen der Visualisierung.

Gemeinsam arbeiten Döbereiner und Rehnert im Projekt "Kollektivmaschine" (zusammen mit dem Künstler Dirk Krecker), das versucht die Grenzen zwischen Form und Inhalt, Werk und Prozess aufzulösen. Sie erzeugen aus multimedialen Quellen (Text, Video, Sound etc.) Klangmaterial, das sich, transformiert durch ein spannungsgesteuertes Modularsystem, immer wieder überlagert. Auf diese Weise erstellten sie im Rahmen von "Kollektivmaschine" für Hélio Oiticica im Palmengarten die Sound-Performance "Dancing and Demonstrating". Die offene Architektur nutzen sie hierbei als klanglichen Resonanzkörper.

Passend zum Schwerpunktthema "Werkzeuge der Visualisierung – Werkzeuge der Imagination" werden Ursula Döbereiner und Thomas Rehnert im Werkstattgespräch zunächst die theoretischen Hintergründe ihrer künstlerischen Arbeit erläutern, um im anschließenden Workshop mit den Teilnehmenden experimentell das Verhältnis von Klang, Bewegung und Visualisierungsmöglichkeiten zu erproben.

Dabei wird insbesondere der analoge Synthesizer (Doepfer-A-100 Modularsystem), als Werkzeug zur Klang und Zeichenproduktion, eingesetzt. Gekoppelt mit weiteren mechanischen, audio- und lichttechnischen Systemen werden praktisch Spannungssteuerungstechniken, Sampling, Feedback- und Zufallsprozesse klanglich, motorisch und zeichnerisch erforscht und visualisiert.

Thomas Rehnert
Innerhalb seiner künstlerischen Arbeit bewegt sich Thomas Rehnert in Zwischenräumen. Er komponiert, programmiert, erstellt Klang- und Zeichenmaschinen und wirkt in diversen medienübergreifenden Projekten am Theater, im Film, beim Radio und in der bildenden Kunst mit. Seine musikalischen Linien verlaufen vom europäischen Free-Jazz (1970er) über Punk (1980er) bis zu elektroakustischer Experimentalmusik. Maschinenmusik und Improvisation bilden seitdem Schwerpunkte seines musikalischen Interesses. Eine Vereinigung dieser Linien und eine Erweiterung seines künstlerischen Ausdrucks geschieht seit einigen Jahren in seinen experimentell-performativen Arbeiten, in denen er analoge Modularsysteme zu autopoetischen Klang- und Zeichenmaschinen transformiert.
In der "Runtzen Zeichenmaschine" (2015) kondensiert Rehnerts interdisziplinäres Interesse: Klangerzeugung und Visualisierungsprozesse gehen gemeinsam in einer gestischen Maschine auf. Runtzen erzeugt scheinbar eigensinnig ihre eigene klangliche Welt und notiert zeichnerisch ihre Gedanken zum Klang.
Thomas Rehnerts Arbeiten sind bei Ausstellungsperformances, auf Musikfestivals und Messen zu sehen. Zuletzt stellte er bei der Messe für elektronische Klangkultur "Superbooth16" (2016) aus, veröffentlichte in der zweiten Ausgabe des Magazins einen Beitrag 4:33 – Magazin für Alltagskultur einen Beitrag zum Thema "Musik & Zeichnung" und zeigte seine Performances u.a. bei "Interaktion Tanz Musik" (Berlin, 2015), "synthesize me! in the avant garden" (Zürich, 2014) oder "mothership" (Frankfurt am Main, 2013).
Thomas Rehnert lebt und arbeitet in Berlin.
thomasrehnert.de*

Ursula Döbereiner
Ursula Döbereiner vereint Theorie und Praxis. Sie lehrt an den Kunsthochschulen in Kassel und Berlin Weißensee und ist ebenfalls als Künstlerin und Musikerin tätig.
In ihren digitalen, analogen oder hybriden Zeichnungen, Animationen und Installationen überlagern sich Perspektiven. Sie verdichtet urbane Architekturen, Eindrücke und Räume. Sie schichtet gesammelte Informationen und verleiht damit der zweidimensionalen Zeichnung Plastizität; es entstehen Imaginationsräume und eine visualisierte Gleichzeitigkeit. Beispielswese fängt sie in ihrer Zeichnungsinstallation "KOTTI" (2013) die Eindrücke ihres Wohnortes bzw. ihrer Arbeitsstätte, dem Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, auf, und verhandelt dabei gesellschaftspolitische und urbane Wandlungsprozesse.
Diese inhaltliche Ausrichtung setzt sich in ihrer musikalischen Arbeit fort: als Teil der Kunst/Musik/Performance Band "Burqamaschine" (zusammen mit der Künstlerin Chris Dreier) oder im Musikprojekt "Kollektivmaschine" (zusammen mit den Künstlern Thomas Rehnert und Dirk Krecker) erzeugt sie mittels Überlagerungen, Verdichtungen und Gleichzeitigkeit Räume der Imagination.
Ihre Arbeit ist sowohl performativ als auch als Installation erfahrbar. Zuletzt etwa in der Ausstellung "Return to Forever – Brutalism, Attitudes & Fiction" (Tschechisches Zentrum Berlin, 2013), der Musikperformance Electro-Noise-Performance "Burqadiscomaschine" in der Ausstellung "The View" (Berlin, 2012) oder in der Ausstellung "muster/stadt/modell/stadt" (centre d'art – Passerelle, Brest, 2011).
Ursula Döbereiner lebt und arbeitet in Berlin.
www.ursuladoebereiner.de*

Die Veranstaltung ist Teil des Arbeitsprogramms der interdisziplinären FzHG-Studiengruppe WERKZEUGWISSEN – WISSENSWERKZEUGE.

Weiterführende Informationen zur Studiengruppe:
Projekt "WERKZEUGWISSEN – WISSENSWERKZEUGE" auf www.visuelle-kultur.info
Projekt "WERKZEUGWISSEN – WISSENSWERKZEUGE" auf www.ArtSciEd.net (Plattform im Aufbau).

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projekt: WERKZEUGWISSEN - WISSENSWERKZEUGE

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